Fall 2: Ein Kohlenstoffatom verbindet sich mit zwei Wasserstoffatomen
und einem weiteren Kohlenstoffatom.
Auch hier muss der Kohlenstoff wieder die Edelgaskonfiguration erlangen. Den
passenden Zustand erreicht er auch hier durch Hybridisierung. Aber anders als
bei der sp3-Hybridisierung werden hier nur das 2s-Orbital und zwei
2p-Orbitale (z.B. px, pz) miteinander vermischt
(hybridisiert) (Abb. 1); eines der p-Orbitale bleibt unverändert.
Abb. 1: Denkbarer Verlauf der sp2-Hybridisierung (1s-Orbital
ist nicht dargestellt)
Da bei dieser Hybridisierung nur zwei 2p-Orbitale und das 2s-Orbital miteinander
kombiniert werden, nennt man sie sp2-Hybridisierung. Auch bei der sp2-Hybridisierung
werden alle Orbitale wieder einfach besetzt(Hundsche Regel).
Abb. 3 zeigt ein 3D-Modell des durch die Hybridisierung entstandenen sp2-Kohlenstoffatoms.
Abb. 4 zeigt das Ethenmolekül, welches aus zwei sp2-hybridisierten
Kohlenstoffatomen und vier Wasserstoffatomen besteht:
Die nicht hybridisierten p-Orbitale sind rot dargestellt. Sie bilden die
so genannte -Bindung.
Eine Doppelbindung besteht demnach aus einer -Bindung
(gelb) und einer -Bindung (rot). Im Normalfall werden die -Bindung und die -Bindung
nicht wie in Abb. 4 sondern wie in Abb. 5 dargestellt.