4.6 Die Zahl der Oxonium-Ionen
4.6.1 Die Stärke von Säuren600.000.000.000.000 H2O -----> H3O+ + OH- + 599.999.999.999.998 H2O Vergleich 1: Salzsäure mit "genügend" Wasser; Modell (Vereinfachung der Zahlen): 100 H2O + 10 HCl -----> 10 H3O+ + 90 H2O + 10 Cl- Vergleich 2: Salzsäure mit wenig Wasser 10 H2O + 100 HCl -----> 10 H3O+ + 90 HCl + 10 Cl-
In beiden Fällen, ob wenig Säure in Wasser ist (verdünnt) oder ob eine konzentrierte Säure vorliegt: die Zahl der Oxoniumionen ist gleich. A: Sind die Lösungen deshalb gleich "gefährlich" z.B. für die Haut? Die Zahl der Oxoniumionen, die in einer Lösung vorliegen, sagen nichts über die Stärke einer Säure aus. Die Säurestärke ist eine Eigenschaft jeder Säure an sich: sie kann nur beurteilt werden, wenn genügend Wasser (Überschuss) vorliegt. Erst mit einem Wasserüberschuss kann man erkennen, wie viele Oxoniumionen wirklich gebildet werden können, "wenn man die Säure lässt". Als Maß für die Säurestärke gilt deshalb das Verhältnis zwischen dissoziiertem und undissoziiertem Anteil der Säure in u.a. Form. Dieser Wert ist kennzeichnend für die Säure, also eine Stoffkonstante: HA + H2O -----> H3O+ + A-
Exkurs: Beispiel Wasser: 600.000.000.000.000 H2O -----> H3O+ + OH- + 599.999.999.999.998 H2O
Bei starken Säuren können entsprechend sehr hohe Zahlen vorkommen. Das ist unpraktisch. Deshalb vereinfacht man:
pK = -log k (Hinweis: p von lat. "potentia") Beispiel Wasser: pK = -log 1.6*10-15 ~ 15 An hohen pK-Werten erkennt schwache, an negativen sehr starke Säuren. Dabei kann man Basen als extrem schwache Säuren auffassen. Beispiele für Werte:
Faustregel nach Pauling: aus der Form XOm(OH)n
pKS1 : pKS2 : pKS3 = 1 : 10-5 : 10-10
4.6.2 Die aktuelle KonzentrationIn der Praxis ist allerdings der vorliegende Anteil Säure wichtiger, da in der Regel genügend Wasser vorliegt und die Säuren stark verdünnt sind. Aus den gleichen Gründen wie beim pK verwendet man auch hier lieber die Exponenten: pH = -log c(H3O+) Beispiel:
c(H3O+) einer verdünnten Salzsäure sei 10-5 mol/l. Dann ist: pH = -log 10-5 = -(-5) = 5 In Wasser sind nur Oxoniumkonzentrationen zwischen pH=0 und 14 möglich.
Theoretisch müssten pH-Werte in Wasser bis pH=-1,74 (-log 55,4) möglich sein.
E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de |
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