Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 20.09.10

horizontal rule

4.2 Basische Lösungen

Material:
bulletV 1-2
bulletNaOH(s)

horizontal rule

A: Was passiert bei der Reaktion eines Metalls mit Sauerstoff? Warum die Unterscheidung: Nichtmetalloxid und Metalloxid?

V1: Verbrennung von Natrium an der Luft
M:
bulletNatrium
bulletgroßer Standzylinder
bulletVerbrennungslöffel
bulletAbdeckplatte
bulletBrenner/Feuerzeug
D:
bulletSauerstoff in den Zylinder füllen
bulletetwas Na in den Verbrennungslöffel, in der BB-Flamme anzünden; in den Zylinder einführen
E: Natrium brennt in Sauerstoff heftig mit gelber Flamme. Es entsteht ein festes, farbloses, pulverig verteiltes Produkt.
R: 4 Na(s) + O2(g)    ----->    2 Na2O(g)   dH<0
                                         Natriumoxid
V2: Auflösen des Produktes in Wasser
M:
bulletdest. Wasser
bulletLackmuslösung
D:
bulletetwas Wasser in den Zylinder einspritzen; schütteln
bulletLackmuslösung zugeben; Farbe?
B: Natriumoxid löst sich in Wasser auf. Die Lackmuslösung färbt sich nach blau um.
I: Metalloxide reagieren mit Wasser anders als Nichtmetalloxide.
R: Na2O(s) + H2O(l)    ----->     "Na2H2O2" = 2 NaOH(s)   dH<0
                                                                     Natriumhydroxid

Hinweis: Die Zugabe eines Überschusses von Wasser löste das entstandene NaOH(s). Erst in Lösung zeigt der Stoff seine basischen Eigenschaften:

NaOH(s) + aq    ----->      Na+(aq) + OH-(aq)    dH<0
                                                   Natronlauge

Hinweis: OH- als Molekülanion.

Demonstration: NaOH(s)

Eine Lösung von Hydroxiden in Wasser heißt Lauge.

Metalloxide reagieren also mit viel Wasser zu Laugen. Man erkennt sie i.d.R an der allgemeinen Summenformel:

M(OH)n
wobei: M = Metallkation, OH = Hydroxid-Anion, n = Zahl der im Molekül enthaltenen Hydroxidanionen = Wertigkeit des Metalls M.

Übereinkunft: unter der Verhältnisformel "NaOH" verstehen wir die "Natronlauge", also eine Lösung von NaOH(s) in Wasser. Soll in bestimmten Fällen das feste NaOH gemeint sein, so steht dahinter die Ergänzung (s)!

Name des Hydroxids/Gases M + Rest Name d. Lösung
Hydroxid-Basen:
Natriumhydroxid Na OH Natronlauge
Kaliumhydroxid K OH Kalilauge
Calciumhydroxid Ca (OH)2 Kalkwasser
Nichthydroxid-Basen:
Ammoniak NH3 Ammoniakwasser

W: Woran erkennt man Basen? Metall + Hydroxid-Gruppe.

N2(g) + 3 H2(g)  ----->   2 NH3(g)   dH<0
                                   Ammoniak(gas)

NH3(g) + n H2O   ----->   "NH4OH"(aq)    dH<0
                           Ammoniumhydroxid / Ammoniumwasser

Hinweis: Ammoniumhydroxid in dieser Form gibt es nicht. Erklärung im Kapitel "Reaktionen"!

Übereinkunft: unter der Molekülformel "NH3" verstehen wir das "Ammoniakwasser", also eine Lösung von Ammoniak  in Wasser NH3(aq). Soll in bestimmten Fällen der Reinstoff Ammoniak NH3(g) gemeint sein, so steht dahinter die Ergänzung (g)!

horizontal rule

Zusammenfassung: Basen

bulletschmecken seifig,
bulletfühlen sich schmierig an,
bulletfärben Indikatoren in charakteristischer Weise um (Lackmus von violett nach blau),
bulletführen in Wasser zu Hydroxid-Anionen,
bulletkönnen i.d.R aus Metalloxiden und Wasser hergestellt werden.
bulletLauge ist eine alte Bezeichnung und ein Sonderfall von Basen.

horizontal rule

    E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de