ZirkoniumVortrag von Angelika Roith im Rahmen der "Übungen im Vortragen mit Demonstrationen - AC", WS 1999/2000; überarbeitet von Daniela Hufnagel, SS 2010 Gliederung:
??? Zirkon = Zirkonium = Zirkonium(IV)-oxid ??? Im Alltag werden diese Begriffe von den meisten Menschen oft gleichbedeutend verwendet. So verbinden sie mit Zirkon Zirkongerüste und Zirkonkronen in der Zahntechnik oder Diamantersatz in Schmuckstücken. Allerdings sind diese Verbindungen (Zirkon und Zirkonium(IV)-oxid) und das Element Zirkonium laut IUPAC zu unterscheiden.
1 Zirkoniumsilicat (Zirkon), ZrSiO4Zirkon ist ein Mineral aus der Mineralklasse der Silikate, ein Zirkoniumsilikat: ZrSiO4. 1.1 Eigenschaften
1.2 Anwendungen
1.3 Vorkommen und GewinnungZirkon kommt als Begleitmaterial in Graniten, Syeniten und Gneisen vor. Da Zirkon eine hohe chemische und mechanische Resistenz besitzt, kommt es zur Anreicherung in Schwermineralsanden, die die wichtigsten Zirkonlagerstätten für die Rohstoffgewinnung darstellen. An der Ostküste Australiens, in den USA, in Indien und in Südafrika sind diese Lagerstätten zu finden. Der Abbau erfolgt mittels "moving mining pond". Hierfür wird ein tiefes Becken ausgehoben und mit Wasser gefüllt. Auf diesen Teich werden die Abbaugeräte - wie Bagger und Konzentrator - auf Pontons schwimmend zusammengebaut. Vorne wird mit Baggern der Sand abgebaut und in den Teich eingefüllt, von wo er in Form einer Aufschlämmung in den schwimmenden Auffang-Bunker gepumpt wird und von dort in die ebenfalls schwimmenden Schwerkraftkonzentratoren gelangt. Hier werden die Schwermineralien (Rutil, Ilmenit und Zirkon) abgetrennt und zur weiteren Verarbeitung an Land gepumpt. Der Rückstand von bis zu 90 % Quarzsand wird am rückwärtigen Ende des Teiches aufgeschüttet und mit der abgetragenen Vegetation wieder überdeckt. Dieser "moving mining pond" bewegt sich am Tag ein bis drei Meter. Die Reinigung der so gewonnenen Zirkonkörner erfolgt durch Mahlen, durch chemischen Behandlung mit Säuren und Laugen oder auch durch Calcinierprozesse bei 500°C und höher. In Edelstein-Seifenlagerstätten kommt Zirkon in Form von gerundeten Kieseln vor. 2 Zirkonium(IV)-oxid, ZrO22.1 DarstellungAlkalischer Aufschluss: Aus Zirkon in Natriumhydroxid-Schmelze wird Zirkonium(IV)-oxid gewonnen. ZrSiO4 + 4NaOH ---> ZrO2 + 2H2O + Na4SiO4 2.2 EigenschaftenDie bei Raumtemperatur stabile, monokline Struktur des ZrO2 geht im Bereich von 900-1200°C unter starker Volumenzunahme in die tetragonale Hochtemperaturform über. Weit oberhalb von 2000°C entsteht die kubische Fluoritstruktur. Beide Umwandlungen sind reversibel. Bei Raumtemperatur kann die Fluoritstruktur nur mit Hilfe von stabilisierenden Oxiden wie CaO, MgO, Y2O3 hergestellt werden.
3.3 Anwendungen
3. Zirkonium, ZrZirkonium ist das zweite Element der Titangruppe (4. Gruppe).
3.1 DarstellungZirkonium kommt in der Natur nicht gediegen, sondern hauptsächlich in Zirkon gebunden vor. Im Folgenden wird die technische Herstellung von Zirkonium ausgehend von Zirkon dargestellt: Schritt 1: alkalischer AufschlussAus Zirkon in Natriumhydroxid-Schmelze wird Zirkonium(IV)-oxid gewonnen. ZrSiO4 + 4NaOH ---> ZrO2 + 2H2O + Na4SiO4 Schritt 2: im LichtbogenofenDer Lichtbogenofen ist schematisch aus positiv geladenen Kohleelektroden und einer negativ geladenen Elektrodenmasse am Boden aufgebaut. Zwischen diesen entsteht ein Elektronenfluss vom negativen zum positiven Pol bei einer Temperatur von ca. 1500°C. In den Lichtbogenofen wird nun zu dem festen Zirkonium(IV)-oxid Koks und gasförmiges Chlor gegeben. Zunächst reagiert das Koks mit dem Sauerstoff des Zirkonium(IV)-oxids, dann reagiert das gasförmige Chlor mit dem Zirkon zu Zirkoniumtetrachlorid. ZrO2 + 2Cl2 +2C ---> ZrCl4 + 2CO
Schritt 3: Kroll-ProzessDas Zirkoniumtetrachlorid reagiert im Kroll-Prozess bei hoher Temperatur in Inertgas-Atmosphäre, vorzugsweise in einer Helium-Atmosphäre, mit Magnesium. Man erhält dann Zirkonium-Pulver und Magnesiumchlorid. ZrCl4 + 2Mg ---> Zr + 2MgCl2 Schritt 4: Van-Arkel-de-Boer-VerfahrenDas aus Schritt 3 gewonnene Zirkonium-Pulver wird nun im van-Arkel-de-Boer-Verfahren aufgereinigt. Dazu wird das Zirkoniumpulver zusammen mit gasförmigen Iod in ein evakuiertes Gefäß gegeben und erhitzt. Bei ca. 200°C entsteht Zirkonium(IV)-iodid, das sich an einem ca. 1200°C heißen Wolframdraht wieder zersetzt. Am Wolframdraht scheidet sich das hochreine Zirkonium ab und das Iod kehrt wieder in den Prozess zurück. Zr + 2I2 ---> ZrI4 ZrI4 ---> Zr + 2I2
3.2 Eigenschaften
3.3 Anwendungen
4. Hafniumfreies ZirkoniumHafnium unterscheidet sich in physikalischen und chemischen Eigenschaften kaum von Zirkonium und tritt daher immer als dessen Begleiter auf. Jedoch besitzt Hafnium einen 600mal höheren Einfangquerschnitt für thermische Neutronen als Zirkonium. Für viele Anwendungen, vor allem im Bereich der Reaktortechnik, ist dies allerdings von Nachteil, weshalb Hafnium von Zirkonium getrennt werden muss. Eine Möglichkeit der Abtrennung von Hafnium und Zirkonium ist das Extraktionsverfahren, das bei der Darstellung von Zirkonium zwischen Schritt 2 (im Lichtbogenofen) und Schritt 3 (Kroll-Prozess) stattfindet. HfCl4 und ZrCl4 laufen dabei über eine Silicagel-Platte, wobei HfCl4 durch seine leichtere Adsorption an Silicagel haften bleibt und reines ZrCl4 am Schluss übrig bleibt. Weitere mögliche Trennungsverfahren sind die fraktionierte Destillation und Ionenaustauscher. Zusammenfassung:
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