Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 20.09.10

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Leuchtstoffröhre

Vortrag von Michaela Potche im Rahmen der "Übungen im Vortragen mit Demonstrationen - Physikalische Chemie", WS 08/09

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Gliederung:

1  Aufbau

2 Heißkathodenlampe

3 Funktionsweise
   3.1 Glimmlampe
   3.2 Demonstration Bimetall
   3.3 Spule und Selbstinduktion

4 Ära der Leuchtstoffröhre

5 Literatur

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In Comics werden geniale Erfindungen und Ideen durch leuchtende Glühbirnen symbolisiert. Aber die Ära der Leuchtstoffröhre geht vorbei und das Zeitalter der Leuchtstoffröhre ist angebrochen. Jeder kennt die Leuchtstoffröhre und jeder hat schon mal eine gesehen. Aber die meisten wissen nicht wie diese Leuchttechnik funktioniert.

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1 Aufbau

Die Leuchtstoffröhre besteht aus einem Glasrohr. Dieses Rohr ist luftdicht abgeschlossen und auf der Innenseite mit einem fluoreszierenden Leuchtstoff beschichtet.
Im Inneren der Röhre befindet sich eine Gasmischung aus Argon- und Quecksilber-Gas mit einer geringen Dichte. An den Enden der Röhre sind Wolframwendeln als Elektroden eingelassen.


Abb. 1: Schematischer Aufbau einer Leuchtstoffröhre

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2 Heißkathodenlampe

Die Leuchtstoffröhren gehören im engeren Sinne zu den Heißkathodenlampen. An den Enden der Röhre ist eine Wolframwendel eingelassen. Diese fungiert als Heizwendel. Bei der Leuchtstoffröhre werden direkt-geheizte Oxidkathoden verwendet. Der Heizdraht wird mit einer Oxidschicht aus Bariumoxid (BaO) überzogen.

Mit zunehmender Aufheizung der Glühwendel durch den Strom vergrößert sich die Schwingungsweite der Gitterbausteine. Die freien Elektronen nehmen an der Bewegung teil. Einige Elektronen an der Oberfläche des Metalls erhalten eine so starke kinetische Energie, dass sie aus dem Metall austreten. Durch diese Glühemission werden die Elektronen um die beheizte Kathode freigesetzt. Es bildet sich eine Elektronenwolke.

Damit die Leuchtstofflampe zum Leuchten kommt, müssen die Elektronen im elektrischen Feld beschleunigt werden. Trifft ein beschleunigtes Elektron auf ein Quecksilber-Atom, werden die Hüllelektronen angeregt.

 
Abb. 2:
Anregung eines Gasatoms

Durch die zugeführte Energie werden Elektronen auf ein höheres Energieniveau angehoben. Die Elektronen verlassen nach wenigen Sekunden den angeregten Zustand. Beim Zurückkehren in den Grundzustand geben sie eine bestimmte Energiemenge in Form von Lichtquanten ab. Bei Quecksilber liegt dieses Licht im Wellenbereich 245 nm und somit im UV-Licht.

Als Leuchtstoff werden allgemein feste Stoffe bezeichnet, die durch Anregung mit kurzwelligem Licht sichtbares Licht erzeugen können. Die Leuchterscheinungen beruhen auf der Fluoreszenz.

Die verschiedenen Farben der Leuchtstoffröhren werden durch unterschiedliche Leuchtstoffe erzeugt. Schwarzlicht gehört zur Ultraviolettstrahlung und speziell zur UV-A Strahlung im Bereich 315 - 380 nm. Bei diesen Röhren wird eine Leuchtstoffschicht eingesetzt, die UV-Strahlung bei 350 nm oder 370 nm abgeben kann; so zum Beispiel Bariumsilikate mit Bleizusatz. Ein guter rot emittierender Leuchtstoff ist Ytrriumoxid Y2O3 mit Europium-Zusatz Eu3+ .

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3 Funktionsweise

Für den Betrieb einer Leuchtstoffröhre wird ein Starter und eine Spule benötigt.


Abb. 3:
Schaltbild einer Leuchtstoffröhre

3.1 Glimmlampe

Der Starter leitet die Zündung ein. Er ist parallel zur Lampe angeschlossen und enthält in seiner Ausführung das Prinzip einer Glimmlampe.

 
Abb. 4:
Schema einer Glimmlampe

Eine Glimmlampe ist ein gasgefülltes Rohr. Sie besitzt eine kalte Kathode und einen geringen Elektrodenabstand. Durch die angelegte Spannung werden die im verdünnten Gas bereits vorhandenen Ladungsträger beschleunigt. Die Energie der auftreffenden Ladungsträger auf die kalte Kathode reicht aus, um Elektronen herauszulösen. Es kommt zur Kathodenemission. Die heraus gelösten Elektronen werden wiederum im elektrischen Feld beschleunigt und sind in der Lage die im Gas vorhandenen Atome zur Lichtausstrahlung anzuregen. Durch das Leuchten erwärmt sich der Bimetallstreifen und verbiegt sich. Die Elektroden berühren sich und der Stromkreis wird geschlossen, das Glimmleuchten hört auf.

3.2 Demonstration Bimetall

Ein Bimetall ist ein Metallstreifen aus zwei Schichten unterschiedlicher Materialien, die miteinander verbunden sind. Charakteristisch ist die Veränderung der Form bei Temperaturänderungen. Diese äußert sich in einer Verbiegung.

Experiment: Verformung von Bimetall

Material Papierstreifen, Metallfolie
Durchführung Der Papierstreifen wird einseitig mit Metallfolie beschichtet und in der Mitte geknickt. Die Metallseite schaut nach außen. Eine Seite wird punktuell erwärmt.
Beobachtung Das Papier faltet sich. Bei Abkühlung geht es wieder in die Ausgangsstellung zurück
Erklärung Die verwendeten Materialien haben unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten

Im Starter unterbleibt bei Kontakt der beiden Elektroden das Glimmleuchten. Der Bimetallstreifen kühlt wieder ab und biegt sich in seine Ausgangsstellung zurück. Der Stromkreislauf wird schlagartig unterbrochen.

3.3 Spule und Selbstinduktion

Durch die schlagartige Unterbrechung des Stromflusses entsteht in der Spule durch Induktion ein Hochspannungsimpuls, der die Elektronen in der Röhre beschleunigt.

Eine Spule ist ein Leiter der zu einer oder mehreren Windungen geformt ist. Die Leuchtstoffröhre wird mit Wechselspannung betrieben. Der zugehörige Wechselstrom baut in der Spule ein magnetisches Feld auf und ab. Wird der durch eine Spule fließende Strom abgeschalten, baut sich das Magnetfeld in der Spule rasch ab. Wenn diese Energie in Form von Strom nicht abfließen kann, dann entsteht kurzzeitig eine viel höhere Spannung als vorher an der Spule angelegt war. Diese Spannung wird Selbstinduktionsspannung genannt. Diese Spannung reicht aus, um die Elektronen in der Röhre zu beschleunigen.

Der Strom fließt nun durch die Röhre und der Starter kann aus dem Aufbau herausgenommen werden.

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4 Ära der Leuchtstoffröhre

Für jeden Haushalt, der sich auf die Fahne geschrieben hat, die Energiekosten zu senken, führt der Weg an Energiesparlampen nicht vorbei. Energiesparlampen sind eine Weiterentwicklung der Leuchtstoffröhren, damit man sie in jedem Haushalt einsetzen kann. Ein wesentliches Argument der Energiesparlampe gegenüber der herkömmlichen Glühlampe dürfte die Stromkostenersparnis sein.

Rechenbeispiel:

Geg: 100 W Glühbirne, 36 W Leuchtstoffröhre, 20 W Energiesparlampe
          Dauer: 30 Tage x 24 h = 720 h
          Stromtarif: 0.14 €/kWh

Ges: Kosten

Lös: Glühbirne 100 W
        720 h x 100 W = 72.000 Wh = 72 kWh
        72 kWh x 0.14 €/kWh = 10.08 € = 10 €

        Leuchstoffröhre 36 W: 4 €
        Energiesparlampe 20 W: 2 €
 

Leuchtstoffröhren haben zudem eine höhere Lebensdauer gegenüber Glühlampen. Eine Leuchtstoffröhre lebt ca. 8.000 - 10.000 Stunden und eine Glühbirne ca. 1.000 Stunden.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei Leuchtstoffröhren ein Lichtstrahl nicht auf dem Umweg über die Stromwärme, sondern durch direkte elektrische Anregung der Atome des Füllgases hervorgerufen wird. Für diesen Vorgang sind drei Hauptkomponenten wichtig; das Füllgas als Träger der elektrischen Leitung, die Wolframwendel für die Erzeugung der Ladungsträger und die Leuchtstoffschicht für die Verstärkung entstehender Lichteffekte.

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5 Literatur:

  1. Horst Kuchling, Taschenbuch der Physik, Fachbuchverlag Leibzig, 17.Auflage
  2. Ulrich Harten, Physik - Einführung für Ingenieure und Naturwissenschaftler, Springer Verlag, 2.Auflage
  3. Duden, Basiswissen Schule Physik, Bibliographisches Institut Mannheim, 3.Auflage
  4. Karl Hammer, Physik Mittelstufe, R. Oldenbourg Verlag München, 8.Auflage
  5. Geipel, Kreisel, Leopold, Physik 10, C.C. Buchner Bamberg, 1.Auflage
  6. http://www.uni-muenster.de/Physik.TD/gasentladungslampen.html 08.11.2008
  7. http://osram.de/osram_de/Tools_%26_Services/Training_%26_Wissen/Webbased_Training/ptp_de/PTP_Popup.jsp 01.11.2008

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