Carbonate
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| Abb. 1: Mars [7] | Abb. 2: Marsrover [6] |
Karbonate sind die “Salze der Kohlensäure H2CO3”. Strukturell haben alle einen inselartigen Anionen-Komplex CO32- gemeinsam:

Prinzipiell können alle Metalle der 1. und 2. Hauptgruppe, so wie diverse Übergangsmetalle Carbonate ausbilden.
| Karbonate | Formel | Hinweise auf die Bildung | weitere Namen |
| Calcit/Aragonit | CaCO3 | Kalkstein, Marmor, Kreide, Perlen Kalkspat (Calcit) | |
| Dolomit | CaMg(CO3)2 | Gleichzeitige Sedimentation oder Einwirkung magnesiumhaltiger Porenlösungen auf primär sedimentierte Kalke. | Mergel, Ton, Perlspat, Braunspat |
| Natriumcarbonat | Na2CO3 | Verdunstung in Trockengebieten | Soda |
| Kaliumcarbonat | K2CO3 | Entsteht in Pflanzen | Pottasche |
In einer wässrigen Lösung von Calciumcarbonat herrscht ein Gleichgewicht zwischen festen Calciumcarbonat und den Ionen in wässriger Lösung. Hierbei muss Kohlenstoffdioxid aus der Gasphase gelöst sein, wobei der Partialdruck von Kohlenstoffdioxid eine besondere Rolle spielt.
Kalkstein in Lösung in schwach kohlenstoffdioxidhaltigen Wasser (chemische Verwitterung):
H2O + CO2 <==>H2CO3
CaCO3 + H2CO3 <===> Ca2+ + 2HCO3-
Der Rückläufige Prozess entspricht der Ausfällung von Calciumcarbonat aus Meerwasser oder Wasser auf dem Kontinent, als Bindemittel im Sediment oder beim Wachstum von Tropfsteinen (Stalaktiten und Stalagmiten).
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Abb. 3: Carbonatkreislauf [8] |
Es handelt sich um eine Gleichgewichtsreaktion, d.h. das Wasser kann Kalkstein nur solange lösen, solange es an gelösten Karbonat untersättigt ist und daher aggressiv gegenüber Kalk ist. Die Zeitspanne die nötig ist, damit aggressives Wasser an Kohlenstoffdioxid gesättigt ist, hängt ab von Temperatur, Turbulenz, Kohlenstoffdioxid - Partialdruck und von der Anwesenheit von anderen Säuren ab.
Jede Verminderung des Kohlenstoffdioxid (Verbrauch durch biologische Prozesse) fördern die Ausfällung von Calciumcarbonat. Pflanzen entziehen dem Gleichgewicht Kohlenstoffdioxid und es kommt zur Ausscheidung von Calciumcarbonat. Als Folge entsteht eine Überkrustung der Pflanzenteile durch Kalksubstanz („Kalktuff“).
| Lehrziel | Lösen und Ausfällen von Calciumcarbonat | |
| Material |
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| Chemikalien |
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| Durchführung 1 | Über den Tropftrichter wird die
Zugabe der Salzsäure auf das Calciumcarbonat im Erlenmeyerkolben
reguliert.
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| Beobachtung 1 | Salzsäure tropft auf das Calciumcarbonat. Dabei ist Gasentwicklung zu beobachten. | |
| Interpretation 1 | CaCO3 + 2 HCl ---> CO2 + CaCl2 + H2O | |
| Durchführung 2 | Das entstandene Gas wird in mit Universalindikator angefärbtes VE-Wasser geleitet. | |
| Beobachtung 2 | Das Wasser färbt sich von grün nach rot um. | |
| Interpretation 2 | CO2 + H2O <==> "H2CO3" | |
| Durchführung 3 | Die erhaltene Lösung wird über einem Brenner erhitzt. | |
| Beobachtung 3 | Lösung färbt sich von rot nach grün um. | |
| Interpretation 3 | "H2CO3"
---> CO2 + H2O Kohlenstoffdioxid entweicht aus der Lösung. Die Lösungsintensität wird von der Temperatur und dem Partialdruck des Kohlenstoffdioxids beeinflusst. Abhängig von den beiden beschriebenen Faktoren können 100-400mg Calciumcarbonat in einem Liter Wasser gelöst werden. |
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Marine anorganische Ausscheidung findet meist an flachen Meeresteilen statt. Das Oberflächenwasser ist Calciumcarbonat gesättigt (in tropischen Gebieten sogar übersättigt) und es fällt viel Kalk aus.
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Abb. 4: Salzsee [9] |
An vielen Stellen entstehen Kalksedimenten in flachen Meeresteilen der Schelfregion, dies wird gefördert durch kalkbildenden Organismen: Kalkalgen, Foraminiferen (z.B. die Art Globigerina), Korallen, Kalkschwämme, Bryozoen, Brachiopoden, Echinodermen, Mollusken und andere.
Kreide ist ein dichtkörniger organogener Kalkstein der nur aus Schalen von Mikroorganismen (v.a. Foraminiferen) besteht.
Als Oberflächenkalke oder Krustenkalke in Trockengebieten: Während der Trockenzeit steigt das Wasser kapillarisch an die Oberfläche und Verdunstet. Calciumcarbonat fällt aus. Beim Ausritt von Quellen bzw. der Zerteilung eines Flusses und gleichzeitiger Erwärmung entweicht Kohlenstoffdioxid und es entsteht ein poröser Kalkstein „Travertin“ (geschätzter Baustein zur Verkleidung von Fassaden)
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Abb. 5: Sinter [11] |
Abb. 6: Travertin [12] |
Abb. 7: Travertin verarbeitet [13] |
Ca(OH)2 + CO2 ---> CaCO3 + H2O
Kalkstein und Marmor wurden schon in der Antike abgebaut und verarbeitet. Die 137 Meter hohe Cheopspyramide ist aus über 2 Millionen mächtigen Kalksteinblöcken gebaut.

Abb. 8: alter Kalkofen [8]
Kalksteine werden mit mehr oder weniger Dolomit auf 900-1300°C erhitzt und Calciumcarbonat zerfällt (thermische Dissoziation):
CaCO3 ---> CaO + CO2
Calciumoxid reagiert mit Wasser unter starker Wärmeentwicklung und Bildung von Calciumhydroxid (Kalklöschen):
CaO + H2O ---> Ca(OH)2
Mit Kohlenstoffdioxid setzt sich gelöschter Kalk zu miteinander verwachsenen und verfilzten Calciumcarbonat-Kristallen um (Abbindeprozess):
Ca(OH)2 + CO2 ---> CaCO3 + H2O
| (1) | 2 NH3 + 2 CO2 + 2 H2O | ---> 2NH4CO3 |
| (2) | 2NH4HCO3 + 2 NaCl | ---> 2NaHCO3 + 2NH4Cl |
| (3) | 2NaHCO3 | ---> Na2CO3 + H2O + CO2 |
| (4) | CaCO3 | ---> CaO + CO2 |
| (5) | 2NH4Cl + CaO | ---> 2NH4 + CaCl2 + H2O |
| (6) | 2 NaCl + CaCO3 | ---> Na2CO3 + CaCl2 |
Natriumhydrogencarbonat NaHCO3:
2KOH + CO2 --> K2CO3 + H2O
Zwar hatte man auch in den paar Meteoriten, die eindeutig vom Mars stammen, bereits Carbonate entdeckt, die Suche nach dem schlagenden Beweis für Wasser - nämlich mächtige Kalkschichten - war aber bislang erfolglos. Und was der Mars Global Surveyor nun zur Erde gefunkt hat, ist für die Anhänger eines einst warmen und feuchten Mars eine große Enttäuschung. "Wir haben endlich die Carbonate gefunden", meint Philip Christensen von der Arizona State University und fügt hinzu: "Nur sind es eben winzig kleine Mengen." Der Forscher hatte zusammen mit Kollegen die Daten des Thermal Emission Spectrometer (TES) ausgewertet, welches seit sechs Jahren die gesamte Marsoberfläche lückenlos nach Carbonaten abgesucht hatte - mit dem Ergebnis, dass zwar der allgegenwärtige Marsstaub zu zwei bis fünf Prozent aus Carbonaten besteht, die blanken Gesteine des Mars aber gänzlich kalkfrei sind.
Es gibt zwar große Mengen von Wasser auf dem Mars, und zwar nicht nur in den Polkappen, sondern auch im Dauerfrostboden, der bis in die äquatorialen Breiten reicht. Nur war dieses Wasser nach Ansicht von Christensen womöglich niemals flüssig.
War der Mars also niemals warm, und verfügte er auch nicht über eine dichte Atmosphäre? So wie es aussieht, lautet die Antwort: Nein. Das bisschen Carbonat im Marsstaub dürfte sich seinen Kalkgehalt vielmehr beim Herumwirbeln in der Atmosphäre angeeignet haben, in der ja Spuren von Wasserdampf nachweisbar sind. [16]
E-Mail: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de, Stand: 09.01.12