Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 12.05.16


Multimedia

3 Datenverwaltung


Eines der wesentlichen Ziele von Ausbildung am Computer als Hilfsgerät ist der Grundsatz, die Aufgaben mit möglichst wenig unterschiedlichen Programmen zu lösen. Für fast jede Aufgabe der Datenverwaltung gibt es maßgeschneiderte Programme. Die Aufgaben im Tätigkeitsbereich des Lehrenden sind allerdings in diesem Feld so anspruchslos, dass Office-Anwendungen mit Erfolg herangezogen werden können.


3.1 Bsp. für Datenverwaltung mit dem Texteditor: AV-Medien

Immer noch aktuell ist die Verwaltung von Medien, z.B. Filmausschnitte. Eine Sammlung auf DVD oder auch als Datei ist dann besonders hilfreich, wenn man im Unterricht schnell einen bestimmten Ausschnitt des Film zur Vorführung findet. Zwei einfache Lösungen sind denkbar:

  1. Verwendung eines Players mit Bookmark-Funktion; oder
  2. Anlegen einer Datei mit notierten Themen und Sprungzielen.

Beispiele für bekannter Player mit dieser Funktion sind die kostenpflichtigen Player WinDVD von Corel und PowerDVD von Cyberlink. An dieser Stelle soll nicht weiter auf diese Video-Verwaltung eingegangen werden.

Mit Office-Anwendungen wie dem Text-Editor (ev. auch Tabellenkalkulation) lassen sich Karteikarten formatieren, die Filminformationen und Merkmale für das Auffinden von Ausschnitten enthalten:


Abb.: Karteikarte mit Video- bzw. DVD-Ausschnitten

Die Karteikarte enthält Quelle, Auschnitt-Stichwort (Thema) und (Echtzeit)-Sprungadresse, ggf. auch die Länge des Ausschnittes. Dies sind Minimalinformationen, wie sie für die Unterrichtsplanung benötigt werden. Das Dokument mit den Karteikarten kann nach Stichworten durchsucht werden. Wer lieber noch mit Karteikasten arbeitet, kann sie auf DIN-A6-Karten ausdrucken.


3.2 Bsp. für Datenverwaltung mit Tabellenkalkulation: Notenverwaltung

Deutlich mehr Arbeit nimmt einem eine gute Notenverwaltung ab. Tabellenkalkulations-Programme leisten alles Nötige. Die im Folgenden gelieferten Fertigkeiten sollen Lehrende in die Lage versetzen, alle Bestimmungen zur Notenberechnung selbst so umzusetzen, wie sie an seiner Schule gefordert sind und sie so darzustellen, wie sie an seiner Schule üblich sind.

Übung 1: Sie erlernen Grundfertigkeiten im Umgang mit Tabellenkalkulationen am Beispiel von Klassenlisten und einfachen Notenberechnungen, bedingte Formatierung sowie grafische Darstellung. Die Übung besteht

  1. aus einer Anleitung13 in HTML (Anleitung07) sowie

  2. einem Übungsblatt als xlsx-Datei, auf dem die Anweisungen ausgeführt werden können und das eine Musterlösung enthält.

Speichern Sie das Übungsblatt (re Maustaste) lokal ab und öffnen Sie es dann erst.

Übung 2: Sie erlernen, wie man Rohpunkte automatisch in Notenstufen umsetzt sowie bedingte Berechnungen.

Die Übung besteht

  1. aus einer Anleitung13 in HTML (Anleitung07) sowie

  2. einem Übungsblatt als xlsx-Datei, auf dem die Anweisungen ausgeführt werden können und das eine Musterlösung enthält.

Speichern Sie das Übungsblatt (re Maustaste) lokal ab und öffnen Sie es dann erst.


3.3 Bsp. für Datenverwaltung mit Datenbank-Programmen: Gefahrstoffe

Grundsätzlich kann man sich für die Gefahrstoffverwaltung drei Lösungen vorstellen:

  1. Mit einem Texteditor:
    Vorteil: gewohnter Umgang, Stichwortsuche möglich
    Nachteil: Pflege aufwändig da per Hand, Sortierfunktionen stark eingeschränkt.

  2. Mit einer Tabellenkalkulation:
    Vorteil: gewohnter Umgang, Stichwortsuche möglich, einfache Sortierfunktionen
    Nachteil: Pflege aufwändig da per Hand.

  3. Mit einer Datenbank-Programm oder Spezialsoftware:
    Vorteil: Pflege leicht, da entweder Datenübernahme aus frei zugänglichen Datenbanken oder Datenpflege durch Hersteller, komfortable Suche, vielfältige Sortierfunktionen
    Nachteil: neu Einarbeiten nötig.

Ein verbreitetes Programm für Schulen ist D-GISS (Deutsches Gefahrstoff-Informationssystem Schule). Es wurde von Chemielehrern ursprünglich als Hess-GISS entwickelt und ist mittlerweile bundesweit vielfach im Einsatz. Es basiert auf dem Datenbank-Programm Microsoft Access, läuft aber auch ohne dieses (Runtime-Version enthalten). Es enthält eine Datenbank mit über 1600 Gefahrstoffen, aus denen man diejenigen in eine eigene Datei importiert, die an der eigenen Schule vorhanden sind. Daten wie z.B. Einstufung in Gefahrenklassen, Tätigkeitsbeschränkungen und Entsorgung werden durch die Autoren eingepflegt und in Form jährlicher Updates in Abo-Form vertrieben.


Abb.: Datenblatt-Funktion von D-GISS v13 (aktuell in 04/14 ist v18)

Die Gefahrstoffverwaltung enthält z.B. die gesetzlich vorgeschriebenen Gefahrstoffdaten (aktuell nach der nationalen Gefahrstoffverordnung GefStV und dem internationalen GHS, Globally Harmonized System of Classification, Labelling and Packaging of Chemicals), Aufbewahrungsmengen und Aufbewahrungsorte und ermöglich es, auf schnelle und einfache Art und Weise die vorgeschriebene Gefahrstoffliste für die Schulsammlung zu erstellen.

Viele weitere Funktionen sparen Arbeit:

  • Gefährdungsbeurteilungen erstellen

  • Etiketten drucken

  • Stoffdaten recherchieren

  • Ersatzstoffprüfung durchführen

  • stoffgruppenbezogene Betriebsanweisungen erstellen...


Download der Folien als PowerPoint-Datei


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E-Mail: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de