Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 18.05.17


Multimedia

2 Texteditoren


2.1 Beschreibung

Da die Textverarbeitung einen so großen Teil der Arbeit des Lehrers umfasst, kommt der Auswahl eines geeigneten Programms eine zentrale Bedeutung zu. Für die Auswahl ist meines Erachtens

  • die Verbreitung unter Lehrern das wichtigere Kriterium,
  • erst in zweiter Linie die Zahl der angebotenen Funktionen oder das Betriebssystem.

Mittlerweile haben alle Programme, die sich auf dem Markt durchgesetzt haben, einen so hohen Standard erreicht, dass Leistungsunterschiede für Chemielehrer unerheblich geworden sind. Genauer genommen gibt es für Windows-Rechner nur noch zwei:

  1. Microsoft Word (aktuell 2016)
  2. OpenOffice Writer (aktuell in 05/2017 ist v4.1.3).

Muss man von einem Texteditor auf ein anderes Produkt umsteigen, bedeutet das enorm viel stupide Arbeit, auch wenn so genannte Konvertierungsprogramme angeboten werden, die angeblich alles erhalten - erfahrungsgemäß klappt das nur zu einem unvollständigen Prozentsatz: auch bei 98% Exaktheit finden sich pro Textseite bis zu 50 Fehler. Gerade die Anforderungen an chemische Texte verursachen, dass Sonderzeichen, Grafiken und Formeln eingebunden werden, die sich selten in befriedigender Weise von einem Format in das andere übernehmen lassen.


2.2 Typische Einsatzmöglichkeiten

  • Erstellung von Unterrichtsskizzen als Gliederung und Gedächtnisstütze für den Unterricht.
  • Entwurf von Prüfungstexten (Aufgaben für Klausuren, Schulaufgaben, Stegreifaufgaben, Nachprüfungen, mündliches Abitur).

Hinweis: Für die Konzeption von Vorlagen für das Tafelbild und die Erstellung von Arbeitsblättern und Transparenten werden Texteditoren ausdrücklich nicht empfohlen. Präsentations-Programme leisten hierfür den wertvolleren Dienst.

Die Ausgabe in Farbe ist Standard und didaktisch für den Chemieunterricht sehr wertvoll. Fertige, individuell abänderbare Vorlagen fehlen noch weitgehend, werden aber zunehmend über das Internet und Sponsoren (FCI) angeboten.


2.3 Hinweise zur Organisation von Lehrgängen

Definition: Ein Lehrgang im didaktischen Sinn ist die planmäßige Aufeinanderfolge der Unterrichtseinheiten innerhalb eines Unterrichtsfaches bzw. einer umfassenden, relativ abgeschlossenen Teilaufgabe des Unterrichtsfaches.

Beispiele: Sie können einen Lehrgang für Ihren Unterricht konzipiert haben für

  • Säuren und Basen nach dem historisch-problemorientierten Verfahren,
  • Redox nach dem Projektverfahren
  • Radioaktivität als Lehrervortrag.

Problematik: Gut überschaubare Lehrgänge umfassen mindestens 6-12 Unterrichtsstunden. Sie können die dazugehörige Unterrichtsskizze ausführen als

  1. ein großes Dokument (20-30 Seiten); das ist sehr unpraktisch, da wegen jeder kleinen Änderung viel geblättert bzw. neu ausgedruckt werden muss;
  2. mehrere isolierte, kleine Dokumente, die den Umfang einzelner Unterrichtsstunden oder -einheiten haben.


Folie: Praxis-Beispiel: Zahl der zu erwartenden Dateien für Lehrende mit den Fächern Biologie und Chemie in Bayern

Es bleibt die dritte Möglichkeit, wobei man sich folgende Probleme einhandelt, die aber lösbar sind:

  1. die Zusammengehörigkeit der Dokumente und
  2. ihre Aufeinanderfolge muss dokumentiert sein.

Lösung für die Zusammengehörigkeit:

  1. Dokumente einer Jahrgangsstufe stehen im gleichen Unterverzeichnis, z.B.
    c10 für "Chemie, Jahrgangsstufe 10" (mathematisch-technologischer Zweig) oder
    c10s für "Chemie Jahrgangsstufe 10, sprachlicher Zweig".
  2. Dokumente, die zum gleichen Lehrgang gehören, beginnen mit dem gleichen Buchstaben, z.B. A für Atombau:
    A_Atomkern,
    A_Elektronenhuelle,
    A_Geschichte,
    A_Modelle...
    Dadurch zwingt man das Betriebssystem, die Textnamen an benachbarter Stelle anzuzeigen.
  3. Besondere Texte, die zwar zu einer Jahrgangsstufe gehören, sich aber nicht in Lehrgängen organisieren lassen (Klassenlisten, Gesamtgliederung für das Schuljahr) können durch Vorstellen einer 0 oder 1 an den Anfang, Übungen, Zusammenfassungen durch X oder Z ans Ende gezwungen werden.
  4. Prüfungstexte (Stegreifaufgaben) oder Medien (Folien, Arbeitsblätter, Anleitungen für Schülerübungen) sollten sehr ähnliche Namen tragen wie der zugehörige Lehrgang, können aber im Namen durch Ergänzungen kenntlich gemacht werden:
    A_Atomkern_st (Stegreifaufgabe)
    A_Atomkern_ue (Schülerübung),
    A_Atomkern_f1 (Folie Nr. 1)
    A_Atomkern_a1 (Arbeitsblatt Nr. 1)...

Lösung für die Aufeinanderfolge der Teile des Lehrgangs:

  1. entweder man notiert am Ende jedes Einzeldokumentes, welches folgt, oder
  2. die Gliederung enthält jedes Dokument an der richtigen Position; da mittlerweile alle Texteditoren Hyperlinks erlauben, kann jedes Dokument von der Gliederung aus abrufbar gemacht werden (wie in diesem Lehrgang, nur als doc).

Download Folien als PowerPoint-Datei: Word 2013

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