Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 16.10.12


Medien für den Unterricht

Computer


Beschreibung. Der Computer gehört in einigen Funktionen zusammen mit der Tafel, dem Schülerheft, dem Arbeitstransparent und -blatt, sowie den außerschulischen Lernorten und den Experten zur Gruppe der vorwiegend selbst gestalteten Medien. Er ist durch seine vielfältigen Möglichkeiten medial nicht leicht fassbar.

Das Wort bezeichnet zunächst ein Gerät, die "hardware"

  • zum Erstellen von Medien (Lehrbüchern, Folien, Arbeitsblätter),
  • zum Abspielen von Filmen (von CD-ROM, DVD),
  • zum Lesbarmachen von Information (der verschiedenen Dienste des Internet, von Arbeitsblättern oder Schulbüchern auf verschiedenen Datenträgern),
  • zur Präsentation von Medien (elektronische Folien, Modelle).

Inhalte stammen von der lokalen Software oder von den Diensten des Internet. Hard- und Software bilden eine untrennbare Einheit, wobei die Software die Einsatzform bestimmt.

Einsatz. Genauso differenziert ist der Einfluss auf die Methode:

  • Fall 1: Der Lehrende handhabt mit Hilfe des Computers Modelle, Bilder oder Folien und projiziert sie mit Hilfe eines Datenprojektors für alle Lernende sichtbar an die Wand. Er lenkt die Aufmerksamkeit der Lernenden auf einen gemeinsamen, frontalen Punkt. Bei Bild und Folie ist der Computer ein zum OHP alternatives Gerät im Rahmen herkömmlicher Medien. Im Fall der Modelle fehlen manche typische Qualitäten (etwa Anfassbarkeit) der herkömmlichen materiellen Modelle, oder es kommen neue, softwarespezifische Leistungen hinzu (z.B. Überlappbarkeit von Orbitalen, Umschaltbarkeit von Atom- auf Molekülorbitale usw.). Der Computer wird zu einer Modellvariante.
     
  • Fall 2: Die Lernenden einer Klasse sitzen in Dreiergruppen vor je einem Gerät und bearbeiten im gruppenspezifischen Tempo die selbe Aufgabenstellung (Übungsprogramm, Lehrprogramm). Von Lehrerzentriertheit kann nicht mehr die Rede sein.

Computerunterstütztes Experimentieren ist eine Variante des herkömmlichen Experimentierens.

Übungsprogramme sind mit dem Arbeitsblatt stark verwandt, wobei der Computer das Gerät zur Präsentation und zum Blättern ist, zusätzlich jedoch einfache Lehrerfunktionen (Rückmeldung) mit übernehmen kann.

Bei Lehrprogrammen sind diese Zusatzfunktionen allerdings so umfangreich, dass die Formulierung eines eigenständigen Mediums gerechtfertigt erscheint.


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E-Mail: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de