Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 24.09.19


5.6 Lösungen


  1. I-II (je nachdem, ob Sie Aufgabe 1 bearbeitet haben): Arbeiten Sie Leistungen des "vierten Pädagogen" heraus.
    Der Raum wird gerne als "dritter" oder "vierter Pädagoge" bezeichnet. Erst bei einer räumlichen Ordnung in Form einer Lernlandschaft spricht man vom „vierten Pädagogen“. Leistungen:
    • Klassische Hierarchien werden abgebaut, um teilautonomen Gruppen selbstorganisiertes Arbeiten und Lernen zu ermöglichen.
    • Unterstützt den Erwerb von Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Kooperationsbereitschaft.
    • Unterstützt offene Lernmethoden, „neue Lernkultur“.
    • Fördert selbstbestimmtes Lernen, eigenmotiviertes Lernen (durch freundliche, helle Gestaltung und ansprechende Räumlichkeiten).
    • Fördert Kooperation, Teamwork.
    • Lehrende können je nach Position im Raum verschiedene Rollen einnehmen (Berater, Unterstützer, Input-Geber, etc.).
    • Lernende übernehmen Verantwortung für ihren Lernerfolg (Selbstständigkeit).
    • Ermöglicht individuelle Förderung, Entfaltung individueller Stärken, individuelle Lernberatung.
    • Lernende (und Lehrende!) erleben, dass Leistungsorientierung und Wohlbefinden sich nicht ausschließen.
    • Gut geeignet für Projekte und fachübergreifenden bzw. integrativen Unterricht.
  2. I: Ordnen Sie die räumlichen Ordnungen nach Freiheiten, die sie Ihnen als Lehrendem bezüglich der Arbeitsform einräumen. Begründen Sie.
    Ende geringer                                                                     Ende vieler Freiheiten:
    Hör- oder Klassenblock   -   Hufeisen   -   Gruppentische   -   Lernlandschaft.
    Beim Hör- oder Klassenblock sind Lernende auf Lehrende ausgerichtet. Dies unterstützt eine starke Lehrerzentrierung und räumt Lernenden wenig Freiheiten ein.
    Das Hufeisen richtet Lernende einerseits zum Lehrenden aus, aber auch andererseits zu seinen Mitlernenden. Dadurch werden auch Diskussionen im Klassenraum besser ermöglicht und Lernende haben etwas mehr Freiheiten als beim Hör- oder Klassenblock.
    Bei Gruppentischen können Lernende sich gegenseitig austauschen. Lehrende treten mehr in den Hintergrund zu Gunsten einer stärkeren Lernendenzentrierung. Dadurch werden Lernenden mehr Freiheiten im Vergleich zu den beiden anderen Anordnungen eingeräumt.
    Eine Lernlandschaft bietet Lernenden maximale Freiheiten, da sie sich selbst eine räumlichen Gegebenheiten auswählen können, die sie für die angestrebte Arbeits- oder Sozialform  im eigenständigen Arbeiten haben wollen. Bei Kontrollen können Lehrende sich zum Gespräch mit Lernenden zurück ziehen.

    E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de