Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 24.09.19, Seiten 4.74-4.76


4.4.11 Zusammenfassung

"Wer einen Werkzeugkasten hat, für den ist jedes Problem lösbar."
alte mesopotamische Weisheit (also meine).


Sie haben sich nun mit einer Reihe von Unterrichtsmethoden beschäftigt. Eine zusammenhanglose Auflistung ergibt normalerweise keinen Sinn. Dennoch haben wir die erforderlichen Methoden ALPHABETISCH angeordnet - ganz großer Unsinn.

Außer: ich möchte, dass Sie selber Zusammenhänge finden. Dies ist sehr viel höher lernwirksam als Ihnen die Zusammenhänge zu präsentieren.

Beschäftigen Sie sich mit folgenden Aufgaben:

  1. Finden Sie Gemeinsamkeiten für ALLE UM.

  2. Geben Sie Gemeinsamkeiten für lernendenzentrierte UM an.

  3. Erstellen Sie ein Entscheidungsdiagramm, welche UM zu welchem Fall am besten zu wählen sei.

Aus den Ergebnissen lassen sich Rezepte ableiten. Diese sind für Einsteiger sehr hilfreich. Sie verlieren mit dem Verlassen des Einsteigerstatus aber ihre allgemeine Gültigkeit und Bedeutung: die Vielzahl der Variablen, die Unterricht bedingen, lässt für den ausgebildeten Lehrenden keine Standardsituationen mehr zu. Dennoch sollte er in der Lage sein, das, was er tut, mit Fachbegriffen zu beschreiben.

Sie können aus dem Kapitel makromethodische Maßnahmen

  • Instanzen erkennen, die Ihre Bewegungsfreiheit mit Inhalten im Unterricht (sinnvoll?) einschränken,

  • erkennen, warum das so ist,

  • Inhalte nach fachdidaktischen Grundsätzen auswählen,

  • für eine bestimmte Zielgruppe (Alter) bearbeiten,

  • und nach fachdidaktischen Grundsätzen anordnen.

Im Kapitel Unterrichtsmethoden haben Sie die Fähigkeit erworben

  • Unterrichtsmethoden als solche zu erkennen, zu beschreiben und von über- oder untergeordneten Maßnahmen zu unterscheiden,

  • mehrere Unterrichtsmethoden voneinander zu unterscheiden,

  • was Sie zu Methodenwechsel befähigt.

  • Sie können aus dem bekannten Pool gezielt UM für ein vorliegendes Unterrichtsproblem begründet auswählen und

  • haben einen ersten Eindruck gewonnen, wie man UM auf eine Unterrichtseinheit anwendet.

Sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie damit noch nicht sicher genug für die Anwendung im Lehrberuf umgehen können, haben Sie recht. Im Kompetenzraster erkennen Sie, dass der Anforderungsbereich II nicht immer, der Anforderungsbereich III selten besetzt ist. Das heißt, dass Sie jetzt im Wesentlichen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben, die allerdings durch praktische Umsetzung noch in Fertigkeiten überführt werden müssen. Dies geschieht planmäßig in den Stufen:

  1. noch während der Phase I in "Planung von Unterricht" und den Schulpraktika ab dem 5. Semester, sowie

  2. verstärkt in der Ausbildungsphase II (dem "Referendariat").

Ihre universitäre, theoriegeleitete Ausbildungsphase I muss durch die praxisgeleitete Phase II (Dauer immerhin 2 Jahre!) ergänzt werden.

Im folgenden Kapitel soll das Augenmerk auf eine methodische Stufe unterhalb von UM gerichtet werden. Viele verwechseln diese mit "Methoden"... :(


Erinnerung 1: Orientieren Sie sich mit Hilfe der Lernbrücke, wo Sie sich im Ausbildungsplan befinden.

Erinnerung 2: Wie sieht Ihr Kompetenzraster aus? Verwenden Sie eines persönlich? Setzen Sie Markierungen?


Das soll bleiben.

  1. Unterrichtsmethoden wirken im zweistelligen Minutenbereich. Sie stellen die Umsetzung eines (kognitiven) Lehrziels dar.
  2. Man kann UM mit Hilfe von Artikulationsstufen beschreiben.
  3. Lehrende müssen ein gewisses Spektrum an UM beherrschen, um diese gezielt für Unterrichtssituationen auswählen zu können.
  4. Methodenkompetenz ermöglich erst Methodenwechsel. Methodenwechsel ist unabdingbar.
  5. Problemorientierung ist Merkmal einer ganzen Methodengruppe.
  6. Lehrgänge bestehen aus mehreren Unterrichtseinheiten.
  7. Unterrichtseinheiten sind durch eine inhaltliche Einheit definiert und werden nach einer bestimmten UM unterrichtet.

Für den Anfänger sind Schrittfolgen im Tanzkurs unabdingbar - später erkennt man an Standardschritten den Ungeübten.


Zur eigenen Kontrolle:

  1. III: Ermitteln Sie die zugrunde liegende UM für die nachfolgend beschriebene UE und ordnen Sie die entsprechenden Artikulationsstufen zu:
    Lehrender Hugo Ehrlich beschreibt seinen Lernenden, wie zu Zeiten Kekulés Strukturaufklärung möglich war. Nämlich, dass zwar eine Verhältnisformel  (z.B. C:H=1:1) und ein "Molekülgewicht" (z.B. 78g) bestimmt werden konnten, aber dass danach nur theoretische Überlegungen auf dem einem Blatt Papier erfolgten, wie die zugrunde liegende Struktur aussehen könnte. Herr Ehrlich zeigt den Lernenden die daraus kombinierte Molekülformel C6H6 und gibt dazu an, das Kekulé seiner Zeit auch an diesem Stoff forschte. Lernende sollen nun anhand der Zusammensetzung verschiedene Strukturvorschläge machen. Sie stellen verschiedene mögliche Strukturen vor, danach zeigt Herr Ehrlich verschiedene Strukturen, die Kekulé aufgestellt hatte und lässt sie diese mit ihren eigenen vergleichen. Die viel versprechendsten Strukturen werden in Form eines Hefteintrages fest gehalten.

Hinweise zur Lösung


    E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de