Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 24.09.19


4.4.4 Lösungen


  1. II: Formulieren Sie die Fragen aus Bsp. 2 so um, dass Lehrender Faulhammer seine Absichten mit größerer Wahrscheinlichkeit erreicht.
    • (Wer hat denn schon mal was von Alkoholen gehört?)
      Beschreibt, was ihr über Alkohole schon gehört habt. Oder:
      Nennt Produkte, in denen Alkohole enthalten sind. (Spirituosen, Desinfektionsmittel, Reiniger, etc.)
    • (Was hat denn Alkohol für eine Formel?)
      Beschreibt den Aufbau von Alkoholen nach den z.B. bei Alkanen gelernten Regeln.
      Nennt/Gebt an die funktionelle Gruppe, die Alkohole auszeichnet.
    • (Wer kennt denn noch weitere Alkohole?)
       bessere Überleitungen überlegen…
       Lernende neue, weitere Alkohole selbst formulieren/"erfinden" lassen
    • (Klaus, was meinst du?)
       Unterricht so interessant gestalten, dass möglichst kein Anlass zu Ablenkung (vom Lehrenden) ausgeht.
       einfache Kontrollfragen einbauen, um zu sehen, ob Lernende noch folgen
    • (Was kann man zu Alkoholen sonst noch sagen?)
       Experiment dazu durchführen und Lernende beobachten lassen: “Beobachtet das Löseverhalten dieser Stoffe in Alkohol” (Zucker, Kunststoff, Extrakte aus Pflanzen etc.) • (Was glaubt ihr, wie viel Alkohol wird in Deutschland produziert? Juliane!)
      Graphiken oder Tabellen von Alkoholkonsum in Deutschland, evtl. auch anderen Ländern, zeigen und Juliane interpretieren lassen.

  2. III: Stellen Sie 1-2 Regeln auf, die "gute, verständliche" Fragen beschreiben.
    Gute Fragen sind kurz, enthalten eine klare Anweisung (z.B. Operator) und beziehen sich auf Inhalte, die gerade behandelt wurden oder bei Lernenden sicher bekannt sein sollten.

  3. II: Begründen Sie, warum es unsinnig ist, eine Unterrichtsmethode "Normalverfahren" zu nennen.
    In der Praxis sollte Methodenwechsel erfolgen. Auch bei ein- und demselben Inhalt bieten sich verschiedene UM an, so dass man grundsätzlich die Wahl hat (sofern man mehr als eine UM kennt!). Häufig erscheint eine bestimmte UM als besonders gut geeignet, aber eben nur für genau diesen Inhalt und nicht für jeden beliebigen!). Zu häufige Verwendung von derselben UM wird von Lernenden zu Recht als langweilig empfunden. Daher ist es unerlässlich, als Lehrender über ein breites Repertoire an Methoden zu verfügen und diese auch abwechselnd anwenden zu können.

  4. III: Spielen Sie in einer Gruppe ab 3 Studierenden folgendes Spiel: reihum ist jeder mal der Lehrende. Jener stellt eine Frage zu einem beliebigen, selbst gewählten Thema (es muss nicht Chemie sein). Wenn eines der anderen Gruppenmitglieder eine sinnvolle Einwort-Antwort geben kann, gibt es 0 (Null) Punkte und der Nächste ist dran. Ist dies nicht möglich, erhält der Lehrende 1 Punkt. Gewonnen hat, wer als Lehrender die meisten Punkte gesammelt hat. z.B.:
    • Vergleiche den Geschmack der Gerichte zwischen Hauptmensa und Frischraum.
    • Schildere den Ablauf deines Uni-Tages.
    • Beschreibe das Vorgehen bei der Herstellung eines Esters…

  5. III: Formulieren Sie die folgenden missverständlichen Fragen (lauter Zitate aus der Praxis) so um, dass Lernende sie eher korrekt in 1-2 Sätzen beantworten werden bzw. können und begründen Sie ihre Maßnahmen:
    -Was glaubt ihr was bei dem Versuch passiert?
      Stellt Hypothesen auf, wie diese Stoffe reagieren werden (z.B. bei Verbrennung von Stahlwolle: Gewichtszu- oder -abnahme, etc.)
    -Ich zeige euch einen Versuch. Schaut her.
      Beobachtet den Versuchsverlauf (evtl. noch konkrete Beobachtungsaufträge, z.B. Farbänderungen, etc. geben)
    -Ist diese Lösung rot?
      Beschreibt die Änderung durch die Reaktion.
    -(Ein Lernender wird an der Tafel abgefragt) Erzähl mal, was wir letzte Stunde gemacht haben.
      Konkrete Fragenstellung: z.B. Erläutere/Beschreibe unser Vorgehen bei dem Versuch "Nachweis von Ionen durch Flammenfärbung".


    E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de