Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 24.09.19


3.6 Basiskonzepte
Hinweise zu Lösungen für die Selbstkontrollen


  1. II: Geben Sie an, welche Basiskonzepte Ihrer Meinung nach mit einer UE "Synthese eines Dipeptids" verfolgt werden können.
    Stoff-Teilchen-Konzept. Das Dipeptid und auch die zur Synthese eingesetzten Aminosäuren sind aus Teilchen aufgebaut. Es gibt unterschiedliche Teilchen: geladen, ungeladen, ein-fache (Atome) und zusammengesetzte (Moleküle). Für jeden Reinstoff ist seine Teilchen-Art typisch.
    Struktur-Eigenschafts-Konzept. Aus der Struktur der Stoffe ergeben sich ihre Eigenschaften. Die Aminosäuren werden in geladene, polare, unpolare und aromatische Aminosäuren unterteilt. Diese Bezeichnungen zeigen bereits auf, dass sie verschiedene Eigenschaften besitzen, die sich aus ihren unterschiedlichen Seitengruppen ergeben. Das entstehende Dipeptid erhält seine Struktur durch die in ihm vereinigten beiden Aminosäuren.
    Donor-Akzeptor-Konzept. Die Verknüpfung von zwei Aminosäuren zu einem Dipeptid lässt sich mit Atomgruppen-Austausch beschreiben. Ein Wasser-Molekül wird "abgegeben", während die zweite AS angeknüpft wird.
    Energie-Austausch. Wärme wird bei manchen chemischen Reaktionen frei, bei manchen benötigt. Reaktionen lassen sich durch Energiezufuhr oder -abfuhr beeinflussen. Meist läuft die Bildung von Peptiden endotherm ab. Es ist also eine Energiezufuhr nötig.
  2. III: Ordnen Sie die Basiskonzepte in eine Reihenfolge, in der Sie sie vom Anfangsunterricht ausgehend erwarten würden. Verwenden Sie dafür Ihre Erfahrungen mit dem Fach Chemie aus der Schulzeit.
    Nachfolgend werden die Themenbereiche im Lehrplan angegeben, zu denen die Basiskonzepte zum ersten Mal angewendet werden können:
    1. Stoff-Teilchen-Konzept. Die Teilchenstruktur der Materie wird in Jahrgangsstufe 4 (Sachunterricht) bzw. 5 (Natur und Technik) behandelt.
    2. Energie-Austausch. Bereits im Anfangsunterricht des Faches Chemie werden exotherme, endotherme Reaktionen und die Erhaltung von Energie besprochen.
    3. Struktur-Eigenschafts-Konzept. Im 1. oder 2. Jahr Chemie wird dieses Basiskonzept beispielsweise beim Thema Salze (Sprödigkeit) oder Metalle (Duktilität) behandelt.
    Donor-Akzeptor-Konzept. Meist im 2. Jahr Chemie kommen Protonenübergänge zur Sprache.
    Gleichgewichts-Konzept. Deutlich später (Gym Bayern Jgst. 12) kann dieses Basiskonzept bei Gleichgewichtsbetrachtungen angewendet werden. In Realschulen (Bayern) fehlt das Konzept.
  3. I: Beschreiben Sie am Beispiel der Reaktion von Natronlauge mit Salzsäure das Gleichgewichts-Konzept.
    Nach äußerlichem "Stillstand" der Reaktion liegen sowohl Produkte (Natriumchlorid gelöst und Wasser) als auch noch Edukte (Natriumhydroxid gelöst und Chlorwasserstoff gelöst) vor.

    E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de