Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 24.09.19


3.5 Lehrgang
Hinweise zu Lösungen für die Selbstkontrollen


  1. I: Wenden Sie das Entfaltungsmodell auf eines der Themen an:
    -Oxidation
    -Salze
    -Kohlenwasserstoffe
    -Siedepunktserhöhung.
    Oxidation:
    -Ich. Man kennt verrostetes Eisen, seine veränderte Farbe und hat es vielleicht auch schon mal berührt.
    Wir. Einen Eisennagel kann man im Versuch zum Rosten bringen. Man beschreibt mit Fachbegriffen, was dabei auf Stoffebene passiert.
    Es: Basiskonzept Austausch. Oxidation als Elektronenabgabe, Reduktion als Aufnahme.
    Salze:
    -Ich: Man stellt mit Hilfe seiner Sinne fest, dass Salz (Kochsalz) salzig schmeckt.
    -Wir: Salze können als Stoffgruppe mit Hilfe von Fachsprache beschrieben werden: Ionen, Farbe, Elementarzelle...
    -Es: Gemeinsames Merkmal aller Salze, Herstellungsverfahren im Labor....
    Kohlenwasserstoffe.
    -Ich: Benzin riecht bäh.
    -Wir: Verbrennungen mit verschiedenen Kohlenwasserstoffen durchführen (Benzin, Paraffin der Kerze, etc.). Beschreiben der Flamme, Rußen, ...
    -Es: Homologe Reihe der KW.
    Siedepunktserhöhung.
    -Ich: In einem Schnellkochtopft wird das zubereitete Essen schneller gar. Messung der Siedetemperatur von Wasser mit und ohne Salz.
    -Es: Beeinflussung der Siedetemperatur durch Druck, Teilchenanzahl (kolligative Eigenschaften).

  2. II: Diskutieren Sie Vorteile und Probleme einer spiraligen gegenüber einer linearen Anordnung von Inhalten.
    Bei manchen Themen, wie zum Beispiel den Säure-Base-Reaktionen, kann keine lineare Anordnung erfolgen, da Lernende in niedrigeren Jahrgangsstufen noch nicht die notwendigen kognitiven Fähigkeiten besitzen, um Berechnungen in diesem Bereich durchzuführen oder das zu Grunde liegende Gleichgewicht und die damit verbundene Gleichgewichtseinstellung zu verstehen. Daher wird dieses Thema auch in der Schulpraxis in einem spiraligem Lehrgang durchgenommen. Das erste Mal findet man das Thema in Jahrgangstufe 9 wieder. Zuletzt wird es in Jahrgangsstufe 12 behandelt. Dadurch stehen Lernende im Vordergrund. Etwas Neues wird dabei immer an bekannte Strukturen angeknüpft und an den Entwicklungs- und Erfahrungsstand des Lernenden angepasst. Dies bietet den Vorteil, dass sich die spiralige Anordnung an dem Lernen im Leben orientiert. Es ist jedoch dabei darauf zu achten, dass Wiederholungen nicht allzu häufig auftreten und vor allem immer etwas Neues enthalten sein sollte. Dabei kann es schnell dazu kommen, dass objektive Ordnungskriterien zu kurz kommen. Dies lässt sich bei der linearen Anordnung vermeiden. Sie schafft einerseits einen vollständigen Überblick über die Inhalte aus Lehrenden-Sicht und sorgt damit auch dafür, dass keine wichtigen Fachbegriffe übersehen werden. Vor allem ist diese Anordnung für die Lehrkraft leicht handhabbar und bietet den Lernenden ein hohes Maß an Transparenz.

  3. III: Formulieren Sie Charaktereigenschaften von je einem Lernenden, der eher
    a. eine fachsystematische oder
    b. eine fachübergreifende oder
    c. eine Vorgehensweise nach dem Entfaltungsmodell bevorzugen würde.
    a. Bevorzugt stark strukturierte Inhalte, logische Zusammenhänge, möchte starke Transparenz und Überblick, Bevorzugt ein vollständiges Bild der Wissenschaft mit zielstrebiger Ausschärfung der nötigen Fachbegriffe.
    b. vielseitig interessiert, bevorzugt Beleuchtung aus mehreren Blickwinkeln, möchte Zusammenhänge zu verschiedenen Bereichen herstellen.
    c. möchte Inhalte mit seiner Lebenswelt verknüpfen, Erklärungen für Alltagserscheinungen finden und diese auf andere Aufgaben übertragen.

  4. II: Notieren Sie Lernschwierigkeiten, die Sie mit der Fachlichkeit in der Unter- und Mittelstufe des Gymnasiums hatten.
    Schwierigkeiten bei Transferaufgaben, vor allem bei der Übertragung in den Alltag. Oft spielen bei einer Thematik nicht nur die in diesem speziellen Fach festgelegten Inhalte eine Rolle, sondern auch Aspekte aus anderen Fächern. Die Wirklichkeit / der Alltag sind sehr komplex und müssen daher von mehreren Perspektiven beleuchtet werden, um eine sachgerechte Lösung zu finden. Problemlösendes Denken wird nur wenig gefördert. Ebenfalls - wie bei den Transferaufgaben bereits beschrieben - ist für problemlösendes Denken die Beleuchtung mehrerer Blickwinkel nötig. Dies wird jedoch durch die Fächergrenzen oft verhindert. Durch eine Fülle an Fachausdrücken und Inhalten kommt es schnell zu Überforderung.

  5. I: Beschreiben Sie die makroskopische und die submikroskopische Ebene am Beispiel Wasser.
    Bei der makroskopischen Ebene des Wassers handelt es sich um den Teil, der mit dem bloßen Auge sichtbar ist, also zum Beispiel das Wasser in dem Trinkglas, das man vor sich stehen sieht oder auch die Schneeflocke auf dem Haar der Freundin. Die submikroskopische Ebene umfasst die abstrakte Teilchenebene. Dazu gehören unter anderem der Molekülbau, Atome, Bindungen. Bei Wasser liegt ein gewinkelter Bau vor. Im festen Aggregatzustand besitzt es als Eis eine hexagonale Kristallstruktur.


    E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de