Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 24.09.19


3.5 Exkurs Wissenschaftstheorie
Hinweise zu Lösungen für die Selbstkontrollen


  1. I: Notieren Sie, welchen Weg Sie als Lernender in Ihrem Unterricht öfter erlebt haben: den deduktiven oder den induktiven?
    Was heißt hier Lösung: welche Erfahrung haben Sie gemacht?
    Meiner Erfahrung nach wird in der Praxis meist der deduktive Weg. Der induktive Weg ist selten zu beobachten.
  2. I: Grenzen Sie "Hypothese" gegen "Theorie" ab.
    Eine Hypothese ist eine Formulierte Annahme, wie eine Beobachtung erklärt werden könnte (siehe Lexikon). Sie wird aus Beobachtungen und deren Bewertung abgeleitet.
    Eine Theorie umfasst das formulierte Gesetz, seine Deutung und Aussagen über den Gültigkeits- oder Anwendungsbereich (siehe Lexikon). Die Theorie entsteht aus Hypothesen, falls diese durch Ergebnisse von Experimenten bestätigt werden konnten.
  3. III: Im Alltag hört man gelegentlich die Formulierung: "Du mit deinen Theorien". Diskutieren Sie, ob damit der Begriff "Theorie" im naturwissenschaftlichen Sinn gemeint sein kann.
    Im Alltag werden in der Regel Hypothesen aufgestellt, also Annahmen formuliert, die in der Regel auf eigenen Beobachtungen beruhen. Um zu einer Theorie zu gelangen müsste man die Annahmen zuerst experimentell belegen, um eine Gesetzmäßigkeit abzuleiten und in der Folge eine Theorie zu formulieren. Folglich ist diese Aussage im naturwissenschaftlichen Sinne nicht korrekt.
  4. III: Beschreiben Sie anhand eines selbst gewählten Beispieles, wie Sie vorgehen um herauszufinden, ob 3 Beobachtungen einer Gesetzmäßigkeit folgen.
    Lernende kennen aus dem Alltag verschiedene Metalle. Anhand von Beobachtungen, die Gemeinsamkeiten bezüglich Eigenschaften dieser Metalle zeigten, können sie folgende Hypothesen aufstellen: alle Metalle glänzen, alle liegen bei Raumtemperatur in fester Form vor und alle leiten Wärme gut. Um nun zu testen, ob sich daraus wirklich Gesetzmäßigkeiten ergeben, müssen weitere Metalle auf diese Eigenschaften untersucht werden. Finden sie keinen Widerspruch, so handelt es sich vermutlich um eine Gesetzmäßigkeit. Trifft dies jedoch für ein Metall nicht zu, ist die Hypothese widerlegt und es handelt sich um keine Gesetzmäßigkeit. Nach Erprobung verschiedener Metalle stellt der Lernende fest: der metallische Glanz und die Wärmeleitfähigkeit konnten als Gesetzmäßigkeit bestätigt werden. Die Regel der festen Form bei Raumtemperatur wird jedoch durch das Metall Quecksilber durchbrochen, womit man im strengen Sinn keine Gesetzmäßigkeit formulieren dürfte, oder eine Ausnahme formulieren müsste.

    E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de