Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 24.09.19


3.1 Bildung und Bildungsziele
Hinweise zu Lösungen für die Selbstkontrollen


  1. II: Überprüfen Sie, aus welchen Anforderungsbereichen Stegreif- und Klausur-Aufgaben stammten, an die Sie sich aus Ihrer Schulzeit erinnern.
    Vermutlich stammt der Löwenanteil aus Anforderungsbereich I, ein geringer Teil II, sehr selten III (Lehrer nennen sowas gerne "Denkaufgaben" oder "Einser-Bremsen").

  2. II: Beschreiben Sie, was für Informationen man in einem Lehrbuchkapitel "Makromethodische Maßnahmen" erwarten kann.
    Das Buch enthält alle methodischen Maßnahmen, die dazu dienen, Inhalte auf Ebene der Lernbereiche, also mit zeitlichen Reichweiten von mehreren Unterrichtsstunden, auszuwählen, auf eine Zielgruppe anzupassen (bearbeiten), zeitlich zu verteilen (anordnen) und Basiskonzepten zuzuordnen. Zu jedem fett gedruckten Stichwort erfordert der Operator "beschreiben" 2-3 Sätze Ausführung.

  3. II: Geben Sie in Grundzügen an, welche Informationen ein bayerischer Lehrplan enthält.
    Bsp. Gym: 5 Ebenen
    Ebene 1 ist von den Gesetzen (BayVerf, BayEUG) abgeleitet, Bildungs- und Erzie-hungsauftrag,
    Ebene 2 mit übergreifenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben,
    Ebene 3 mit Fachprofilen,
    Ebene 4 mit  jahrgangsstufen- und fachspezifischen Beschreibungen grundlegender Kompetenzen für die entsprechende Jahrgangsstufe (Jahrgangsstufenprofile),
    Ebene 5 mit Fachlehrplänen.
    RS ähnlich.

  4. I: Notieren Sie die Stufen der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung.

    • Genaue Formulierung des zu erforschenden Problems.

    • Beobachtungen (Schaffen der Induktionsbasis).

    • Aufstellen einer Hypothese.

    • Erarbeiten von Strategien zur Bestätigung oder Widerlegung der Hypothese.

    • Erwerb von nötigen Fertigkeiten zur wissenschaftlichen Beobachtung, Planung und Durchführung wissenschaftlicher Experimente, genaues Messen und logisches Deuten, Entwurf von Modellen.

    • Formulieren von Gesetzmäßigkeiten auf der Grundlage von experimentellen Befunden.

    • Formulieren einer Theorie auf der Grundlage der experimentellen Befunde.

    • Übertragung (Transfer) der erworbenen Erkenntnisse auf ähnlich gelagerte Fälle.

    • Ggf. Auffinden von Naturgesetzen.

  5. III: Untersuchen Sie, ob die Anforderungsbereiche I-III dasselbe Spektrum an Leistungen abdeckt wie die PISA-Stufen I-V.
    I ist bei beidem nahezu gleich.
    II übernimmt Teile aus PISA-Stufe I, sowie Teile aus den PISA Stufen II und III.
    III entspricht Teilen aus PISA-Stufe IV und V.
    PISA-Stufen sind allgemein komplexer aber auch genauer aufgetrennt.
    Der Operator "untersuchen" erfordert, dass z.B. Anforderungsbereiche und PISA-Stufen auch angegeben werden.

  6. III: Das Beispiel aus Hinweis 1 oben stammt aus einer meiner Beobachtungen nach einem Vortrag, als Hörer dem Vortragenden Vorwürfe der beschriebenen Art machten. Untersuchen Sie, welche Kompetenzbereiche diese Hörer vermissen lassen.
    Kompetenzen aus dem Bereich Beurteilen. Der Operator "untersuchen" erfordert einige Sätze zur Beschreibung der Situation und der Begründung auf der grundlage der Beschreibung.

  7. II: Formulieren Sie zum Thema "Säuren" je eine Kompetenz aus jedem der vier Kompetenzbereiche. z.B.:
    Fachwissen: Lernende stellen Protonenübergänge in Reaktionsgleichungen dar, um die Vorgänge bei der Bildung saurer, neutraler oder basischer Lösungen zu verdeutlichen.
    Erkenntnisgewinnung: Lernende führen einfache Titrationen zur Konzentrati-onsbestimmung durch.
    Kommunikation: Lernende beschreiben die Neutralisation auf der Teilchenebene mit Hilfe von Fachbegriffen.
    Bewertung: Lernende beurteilen die Aggressivität verschiedener Säuren gegenüber Metallen nach ihrem pKS.

  8. II: Formulieren Sie zum Thema "Säure-Base-Reaktionen als Protonen-Übergänge" jeweils eine Aufgabe auf jedem der Anforderungsbereiche I-III zur Verwendung in einer Klausur.
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E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de