Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 24.09.19, Seiten 3.1-3.3


3 Makromethodische Maßnahmen

Ziel: Orientierung


Zu Beginn Ihrer Tätigkeit als Chemie-Lehrer an weiterführenden Schulen in Bayern stehen Sie vor der Aufgabe, die Inhalte des Fachlehrplanes für eine Jahrgangsstufe sinnvoll auf das Schuljahr zu verteilen. Diese Einheit beschreibt, welche Arbeit Ihnen dabei abgenommen wird, wann Sie Kompetenzen erwerben, den Rest der Arbeit zu bewältigen und was diese Veranstaltung dazu beitragen kann.


3.0 Lehrpläne

Mit dem Schuljahr 2014/15 startete in Bayern der LehrplanPLUS. Er gilt zunächst für Jgst. 1 der Grundschulen. Spätestens wenn die Grundschüler mit dem Schuljahr 2018/19 in die weiterführenden Schulen übertreten, werden sie auch dort nach dem LehrplanPLUS unterrichtet.

Die LehrplänePLUS sind identisch gegliedert:

Ebene Realschule Gymnasium
1 Bildungs- und Erziehungsauftrag Bildungs- und Erziehungsauftrag
2 Übergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgaben Übergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgaben
3 Fachprofile (Chemie) Fachprofile (Chemie)
4 Grundlegende Kompetenzen (Jahrgangsstufenprofile) Grundlegende Kompetenzen (Jahrgangsstufenprofile)
5 Fachlehrpläne (Chemie) Fachlehrpläne (Chemie)

Ebene 1 ist von den Gesetzen (BayVerf, BayEUG) abgeleitet. Dies wurde durch die Ersteller des Lehrplans (ISB) vorgenommen. Genauer wird im Rahmen der Phase II der Lehrerbildung ("Referendarzeit") darauf eingegangen.

Ebene 2 wurde durch die Ersteller des Lehrplans formuliert. Genauer wird im Rahmen von "Planung" darauf Bezug genommen, sowie in Phase II.

Ebene 3 ist fachspezifisch und wurde durch die Ersteller des Lehrplans formuliert. Genauer wird im Rahmen der Phase II darauf eingegangen, gelegentlich im Bereich "Planung" der Phase I (Universität).

Ebene 4 ist jahrgangsstufen- und fachspezifisch und enthält 11 Beschreibungen grundlegender Kompetenzen für die entsprechende Jahrgangsstufe. Die Beschreibung wurde durch die Ersteller des Lehrplans vorgenommen. Genauer wird im Rahmen der Phase II darauf eingegangen.

Ebene 5 ist jener Teil des Lehrplans, der für Lehrende fast täglich eine Rolle spielt. Grundlegend wird hier, genauer im Rahmen von "Planung" und später in Phase II der Lehrerbildung ("Referendarzeit") darauf eingegangen.

Beispielhaft betrachten wir Jgst. 8 NTG bzw. Wahlpflichtfächergruppe I (RS):

Lern-bereich Jgst. 8 WPFG I ~h Jgst. 8 NTG ~h
1 Wie Chemiker denken und arbeiten   Wie Chemiker denken und arbeiten  
2 Stoffe und ihre Eigenschaften 12 Stoffe und ihre Eigenschaften - Von beobachtbaren Stoffeigenschaften zum Teilchenmodell 14
3 Aufbau der Materie 12 Chemische Reaktion - Vom Teilchenmodell zum Daltonschen Atommodell 22
4 Chemische Reaktion 24 Chemische Verbindungen und ihre Eigenschaften - Vom Daltonschen Atommodell zum Kern-Hülle-Modell 14
5 Atombau und Periodensystem der Elemente 8 Atombau und gekürztes Periodensystem - Vom Kern-Hülle-Modell zum Energiestufenmodell und zum Ordnungsprinzip des gekürzten Periodensystems 8

Aus diesen Lernbereichen gilt es, Lehrgänge zu formulieren. Dafür sollten Bildungsstandards bekannt sein. Dann können die Inhalte auf zur Verfügung stehende Unterrichtsstunden verteilen werden - eine Empfehlung über den zeitlichen Umfang wird gegeben, siehe jeweils rechte Tabellenspalten). Erst danach können aus Lernbereichen Fein(lehr)ziele abgeleitet und Unterrichtseinheiten formuliert werden. Im Lehrplan sind die Angaben dazu jeweils in "Kompetenzerwartungen" und "Inhalte zu den Kompetenzen" gegliedert.

In obigem Abschnitt erkennt man eine reihe neuer Fachbegriffe, von denen die meisten in dieser Einheit 3 "Makromethodische Maßnahmen" behandelt werden.

Unter dem Begriff Makromethodische Maßnahmen fasse ich alle methodischen Maßnahmen zusammen, die dazu dienen, Inhalte auf Ebene der Lernbereiche, also mit zeitlichen Reichweiten von mehreren Unterrichtsstunden, auszuwählen, auf eine Zielgruppe anzupassen und zeitlich zu verteilen.


E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de