Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 24.09.19, Seiten 2.1-2.9


Grundbegriffe der Fachdidaktik Chemie

2 Plan

In diesem Bereich erfahren Sie alles über die Organisationsform und die Voraussetzungen für erfolgreiches Ableisten des Moduls, wie Zusammensetzung der Leistungsmessung, Termine u.ä.. Neu für Sie ist wahrscheinlich das Lernen mit Hilfe eines Kompetenz-Rasters, von Lernbrücken und die Nutzung eines Lerntagebuchs. Auch zu wissen, dass es mehrere Feedback-Formen gibt, ist sicher nützlich.


2.1 Termine

Terminplanung WS 2018/19  
Einführung (Präsenz) 20.10.
Einführung (Präsenz) 27.10.
Planung und Feedback 1 03.11.
Teilprüfung 1 21.12.
Planung und Feedback 2 18.01.
Terminplanung SS 2019  
Planung 1 29.04.
Planung und Feedback 3 27.05.
   
   

2.2 Ablauf

Die Organisationsstruktur der Veranstaltung "Grundlagen der Fachdidaktik Chemie" wird zu den ersten 2-3 Terminen in Form einer Einführung erläutert. Der Ablauf ist durch gemeinsame Planungsmaßnahmen von Studierenden und Dozent abänderbar. Der Dozent ist zu den im Stundenplan angegebenen Zeiten im entsprechenden Raum stets anwesend.

Zu jedem Termin gibt es 15 Min. Input-Phase mit einer Übersicht bzw. Zusammenfassung zu der aktuellen Einheit.

Studierende bereiten sich in der restlichen Zeit selbständig vor anhand

  1. der Online-Materialien sowie
  2. des Lehrbuchs Pfeifer, P. et al.: Konkrete Fachdidaktik Chemie, Aulis, 1. Aufl., Seelze 2018.
  3. Weitere Literatur-Hinweise liefert das Skript von Fall zu Fall bzw. können auch gerne erfragt werden.

 Dafür stehen außer der Präsenzzeit folgende Zeiten aus der Leistungspunkt-Berechnung zur Verfügung:

  • die Vor- und Nachbereitungs-Zeit, hier angesetzt mit 60 Stunden (=4 Stunden pro Woche!), sowie
  • die Vorbereitungs-Zeit für die Prüfungsteile, hier mit 15 Stunden angesetzt (siehe Modulhandbuch "Studentischer Arbeitsaufwand).

Als Lernhilfen stehen Ihnen die unten beschriebenen Einrichtungen zur Verfügung:

  1. Kompetenzraster,
  2. Lernbrücken,
  3. Lerntagebuch (Links siehe unten) sowie
  4. die besondere Struktur des Skriptes.

Wichtiger Hinweis: Wir betrachten es als selbstverständlich, dass Sie Begriffe, die Sie nicht kennen, nachschlagen. Dafür stehen Ihnen

  • das WWW mit Wikipedia und
  • das Fachbegriffe-Lexikon der ABayCD (Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Chemie-Didaktiker) zur Verfügung.

2.2.1 Das Kompetenz-Raster

Ein Kompetenz-Raster ist ein Hilfsmittel im kompetenzorientierten, individualisierenden Unterricht (z.B. Wochenplan-Arbeit). Es beschreibt den Kompetenzzuwachs in Schritten nach fachspezifischen Schwierigkeitsstufen (in Chemie z.B. Anforderungsbereichen oder PISA-Stufen) und erfüllt Funktionen für Lernende und Lehrende:

  • Lehrende einer Fachschaft erstellen i.d.R. das Raster gemeinsam und einigen sich über (Jahrgangsstufen-)Grenzen und Form. Es dient der Differenzierung und dem Überblick über Anschlüsse und erleichtert die organisatorische Arbeit besonders dann, wenn mehrere Fächer ihre Kompetenzraster über gemeinsame Projekte in einer Jgst. (teilweise) verbinden.
  • Lernende verfolgen ihren Kompetenzerwerb mit Hilfe des Rasters. Es dient vor allem erfahreneren Lernenden als Übersicht. Für jüngere Lernende sind weitere Lernhilfen erforderlich, z.B. Advance Organizer o.ä. Insgesamt muss die Orientierung der Lernenden z.B. noch über ein Lerntagebuch u.ä. gesichert werden.

Aufgabe: Finden Sie heraus, was man allgemein unter einer Kompetenz versteht.

Das Kompetenzraster dient als Übersicht über Bereiche, die Freiheitsgrade, oder eben keine, erlauben. Lehrende haben u.U. Pflicht- und Wahlkompetenzen, zeitlich gebundene und freie Themenbereiche definiert. Ferner können bei fachübergreifendem Arbeiten die Beiträge der einzelnen Fächer und/oder im differenzierenden Unterricht die Abschlussziele (Niveaus) (farblich) gekennzeichnet werden (z.B. Grund-, Erweitertes oder Zusatz-Niveau in Bundesländern mit Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen). [Lexikon]

  • Kompetenzbereiche sind an dieser Stelle Ihrer Ausbildung noch nicht von großer Bedeutung,
  • Anforderungsbereiche hingegen schon, beschreiben sie doch auch Anforderungsniveaus in dieser Veranstaltung bzw. in den Prüfungsaufgaben. Beide Begriffe sollten aus der Schule bekannt sein.
  • Operatoren sind ebenfalls aus der Schule bekannt. Wir haben sie für Sie nach Kompetenzbereichen und Anforderungsbereichen geordnet. Sie sollen eine Hilfe zur exakteren Kommunikation über die Erwartungen einer Aufgabe an den Lernenden darstellen.


Abb. 1: Die Rolle der Lernhilfen im didaktischen Dreieck


2.2.2  Die Lernbrücke ("Advance Organizer")

Eine Lernbrücke ist eine "didaktisch inszenierte Verbindung zwischen Novizen- und Expertenstrukturen".

Sie kann als Organisationshilfe des Lehrenden für Lernende in offeneren Lernarrangements (z.B. selbst organisierter Unterricht, SOL) verstanden werden, die in wenigen Minuten (10-15) zwei bedeutenden Funktionen erfüllt:

  1. den Einstieg in die Thematik erleichtern, indem Vorkenntnisse mobilisiert, sinnvolle Verknüpfungen zwischen vorhandenem und neuem Wissen erleichtert sowie Verstehen angebahnt (und Auswendiglernen vermieden) wird;
  2. die Struktur der Thematik von Anfang an offen legen in Form von inhaltlichen Zusammenhängen. [Lexikon]

Unsere Lernbrücke kann, alternativ zur Gliederung, auch als Navigationshilfe durch die Inhalte dienen.


2.2.3 Das Lerntagebuch

Das Führen eines Lerntagebuchs wird dringend empfohlen. Es soll Feedback in zwei bedeutende Richtungen liefern:

  1. vom Lernenden zum Lernenden selbst in Form von Reflexionen über das eigene Lernen (z.B. Einträge im Kasten "Wie schwierig empfand ich die Übung?"), in dem zusätzlich das Ergebnis von Selbstkontrollen festhalten wird (z.B. Einträge im Kasten "Wie sicher bist du dir bei den Ergebnissen?");
  2. von Lernenden zu Lehrenden, da letztere nur dann gezielt Hilfestellung bei Unsicherheit geben können (z.B. als Reaktion auf Einträge im Kasten "Weiß ich, woher ich Hilfe bekomme?" die verneinend lauten könnte).

Hinweis: Das Lerntagebuch ist KEIN Kontroll-, sondern ein Beratungsinstrument.


2.2.4 Die Struktur des Skriptes

Sie finden

  1. eine durchgängige Gliederung
  2. mit dem Versuch einer Seiten-Kontrolle,
  3. einen Anleser (kursiv) zu Beginn jeder Einheit mit der Funktion, die Sinnhaftigkeit des Folgenden für Ihren Beruf herauszustellen,
  4. Präsentation der Inhalte mit
    • besonders vielen Beispielen (grün) (umfangreiche Beispiele sind zum aufklappen); grün sind auch positiv besetzte Hinweise.
    • Aufgaben (blau); blau sind auch Links. Und
    • Definitionen (rot); negativ besetzte Begriffe und Warnungen sind auch rot.
  5. Die besondere Druckausgabe mit Notizen-Spalte (testen Sie es) hilft beim Lernen: notieren Sie rechts vom Strich für Sie wichtige Schlüsselbegriffe zu den Absätzen.
  6. Erfolgskontrollen im Selbsttest als Abschluss "Zur eigenen Kontrolle" sollten bearbeitet werden, wobei die Anforderungsbereiche (I, II oder III) das Schwierigkeitsniveau angeben.
  7. Erst nach der Bearbeitung der Kontrollfragen ist das Folgen des Links Hinweise zur Lösung sinnvoll.
  8. Am Kapitel-Ende finden sich eine fachliche Zusammenfassung "Das soll bleiben", sowie
  9. die Navigations-Buttons zur "Gliederung"s-Seite, zu "vorige Einheit", "Beginn der Seite" und "nächste Einheit" (grüne Pfeile).

2.2.5 Feedback-Gelegenheiten und Beteiligung bei der Gestaltung

Nach John HATTIE funktionieren moderne Unterrichtsmethoden nur durch ein ausgeklügeltes System von Rückmelde-Schleifen:


Abb. 2: Formen der Rückmeldung

Etwa alle 4-6 Wochen (Termine siehe oben) finden Präsenz-Termine zum Zweck der gemeinsamen Planung und des allgemeinen Feedbacks statt.


Abb. 3: Planung für das 1. Semester.


Abb. 4: Planung für das 2. Semester.

Hinweis: Sie werden selbstverständlich in die Gestaltung der Veranstaltung mit einbezogen, vor allem in die Gestaltung der Materialien und Prüfungen.

Dazwischen können jederzeit persönliche Feedback-Termine statt finden. Die Zeiten dafür sind die Veranstaltungs-Zeiten.

Grundlage der Gespräche sind Lerntagebuch-Einträge.

Zu den Prüfungen siehe unten.


2.3 Leistungsmessung

Die im Modulhandbuch angegebene Klausur bestand aus drei Aufgaben und umfasste eine Bearbeitungszeit von 45 Minuten. Sie wird ersetzt durch:

  1. Teilprüfung 1 (Aufgaben 1a,b) zum festgelegten Termin oben im WS.
    Arbeitszeit 15 Minuten.
    Thema: Makromethoden.
    Max. 15 Punkte.

  2. Teilprüfung 2 (Aufgaben 2a,b) zu einem selbst gewählten Termin.
    Arbeitszeit 15 Minuten.
    Thema: Unterrichtsmethoden.
    Max. 15 Punkte.

  3. Teilprüfung 3 (Aufgaben 3a,b) zu einem selbst gewählten Termin.
    Arbeitszeit 15 Minuten.
    Thema: Mikromethoden.
    Max. 15 Punkte.

Die Aufgaben 2-3 können bei bis zu 4 Prüflingen gleichzeitig individuell aus einer Sammlung zum jeweiligen Thema gezogen werden. Bei mehr Prüflingen zur gleichen Zeit wird eine Aufgabe für alle gezogen.

Jede Prüfungsaufgabe (PA) ist zweigeteilt:

  • Teil a ist aus dem Anforderungsbereich I ("Lernaufgabe", Grund-Niveau) und liefert bis zu 8 Punkte.
  • Teil b ist mindestens aus Anforderungsbereich II (Reorganisations-Aufgabe, Erweitertes Niveau) und liefert bis zu 7 Punkte.

Somit können Sie max. 3x15 Punkte für Ihre Modulnote 1,0 sammeln.

Wichtiger Hinweis: Zwar kann jeder Prüfungsteil beliebig oft wiederholt werden, aber es ist zu beachten, dass

  1. Inhalte im Teil "Medien (FD-DC-II.2 bzw. FD-DC I) benötigt werden und
  2. der rechtzeitige Abschluss Voraussetzung für die Übung "Planung" im 4. Semester
  3. und FD-DC I oder FD-DC II Voraussetzungen für FW-ÜiV sind (siehe aktuelles Modulhandbuch).

Sofern Sie Wiederholungen durchführen sind Sie selber verantwortlich für

  • die termingerechte Erledigung und
  • die Mitteilung des Abschlusses

bis zum Ende des Prüfungszeitraumes VOR dem Semester, in dem Sie die Leistung benötigen.

Einige Rechenbeispiele zeigen die erreichbare Note:

Stufe Bsp. 1 Bsp. 2 Bsp. 3
PA 1 13 8 6
PA 2 15 11 5
PA 3 14 8 8
Ʃ 42 27 19
Note 1,3 3,3 5,0

Sie sind stets aufgefordert, Vorschläge zu Prüfungs-Form und -Inhalt zu machen.


Zusammenfassung:

Wir verfahren teilweise nach dem Muster des selbst organisierten Lernens. Hilfsmittel dafür sind:

  • Kompetenzraster (docx); nutzen Sie es als Orientierung und "Abhak-Liste";
  • Lernbrücke (Advance Organizer) (pptx); nutzen Sie sie als Übersicht über Zusammenhänge;
  • Materialien, Gliederungsseite (html) dienen der Vertiefung und Begründung;
  • Fachbegriffe-Lexikon (html), suchen Sie dieses selbständig bei Begriffen auf, über deren Bedeutung Sie sich nicht sicher sind
  • Druckseiten Lerntagebuch (S. 2) (pptx); verwenden Sie diese zum Verfolgen des eigenen Lernfortschrittes;
  • die besondere Struktur des Skriptes mit vielen Beispielen, Übungs-Aufgaben im Lernverlauf und Selbstkontrollen mit Lösungshinweisen am Kapitel-Ende;
  • Lehrbuch: P. Pfeifer et al: Konkrete Fachdidaktik Chemie, Aulis, Seelze 2018; ist eine gedruckte (alternative) Basis.

Studierende arbeiten bei der Entwicklung des Kurses mit. Alle Prüfungsteile können wiederholt werden.


Download der Abbildungen als PowerPoint-Animationen

 E-Mail: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de