C

L Z08

Experimente für den Chemieunterricht

Abschätzung des Kochsalzgehaltes durch Titration nach Mohr

L/S

Zeitbedarf: 15 Minuten
Ziel: Gehaltsüberprüfung in nichtsauren (trockenen) Lebensmitteln.
Material:
  • Mörser d=10cm, Pistill
  • Waage 0,0g
  • Spatel 10mm
  • Wägeschälchen oder Alu-Folie 10*10cm
  • Becherglas 150ml
  • Glasstab
  • Pipette, Hütchen
  • Pulverspatel 10mm
  • Stativ, Muffe, Bürettenhalter
  • Bürette 25ml
  • Magnetrührer
  • Magnetrührstäbchen
  • Faltenfilter 185mm
  • Trichter d=10cm
  • Erlenmeyer-Kolben 250ml
Chemikalien:
  • Zwieback, Chips o.ä.
  • Silbernitratlösung c=0,1mol/l
  • dest. Wasser
  • Natriumhydrogensulfit
  • verd. Salzsäure
  • B2
  • Kaliumchromat
Durchführung: Ca. 5g Zwieback werden im Mörser fein zerrieben, dann auf einer Waage auf 0,1g Genauigkeit abgewogen. Im Becherglas mit ca. 50-80ml Wasser versetzen und einige Minuten auf dem Magnetrührer rühren. Nun quantitativ in den Faltenfilter schütten und filtrieren. Filtrat mit einer Spatelspitze (Pulverspatel) Kaliumchromat versetzen (Lehrer!) und schwenken, bis die Kristalle gelöst sind. Anschließend mit der Maßlösung c(Silbernitrat)=0,1mol/l titrieren, bis die orangebraune Farbe erhalten bleibt. Verbrauch notieren.
Beobachtung: Das Filtrat ist leicht gelblich, mit Kaliumchromat intensiv gelb. Bei Zugabe der Maßlösung entsteht an der Eintropfstelle ein orangebrauner Niederschlag, der sich bald auflöst und insgesamt eine Trübung. Wenn der Niederschlag erhalten bleibt, ist der Endpunkt der Titration erreicht.
Deutung: Kochsalz wird aus dem Lebensmittel heraus gelöst. Nach Zugabe von Silbernitrat fällt zunächst Silberchlorid aus. Sobald Chlorid erschöpft ist, kann sich das orangebraune Silberchromat bilden.
Auswertung:
Verbrauch: V(AgNO3)=........................Liter(!).
Die Berechnung des Chlorid-Gehaltes erfolgt nach:
m(NaCl)=c(AgNO3)*V(AgNO3)*M(NaCl) und ergibt sich in
[g] pro [g] Einwaage - sollte auf g/100g umgerechnet werden.
Entsorgung: Vorlage mit einigen Tropfen verd. Salzsäure ansäuern und mit einem Spatel Natriumhydrogensulfit versetzen. Nachdem grünes Chrom(III) entstanden ist, in den Behälter für Schwermetallsalzlösungen B2.
Quelle: PdN-ChiS 2004 Heft 2 S. 25, verändert.
Hintergrund:
  1. Auf der Zwieback-Packung ist der Kochsalzgehalt mit ca. 0,05g/10g Produkt angegeben. Der gefundene Wert liegt mit ca. 0,02g/5g stets darunter. Mögliche Gründe siehe unten.
  2. Gründe für zu niedrige Werte: Rührzeit (nicht alles NaCl ist aus dem Produkt herausgelöst worden), Rückstände (der Rückstand im Filter ist nicht gewaschen worden), Maßlösung (bei selbst angemachten Maßlösungen müßte der Titer mit Hilfe einer genau eingewogenen Kochsalzmenge bestimmt werden).

© Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de, Stand: 07.02.18

Didaktik der Chemie
Universität Bayreuth