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07.03b

Experimente für den Chemieunterricht

Darstellung von Ammoniak

L S
 1

Zeitbedarf: 10 Minuten.
Kompetenz/Ziel: F: Darstellung von NH3(g).
E: Austreiben von schwächeren Säuren oder Basen durch stärkere.
Material1:
  • Tropftrichter mit Druckausgleich
  • Gummischlauchstückchen
  • gebogenes Einleitungsrohr
  • Stativ, Muffe, Klammer
  • Rundkolben 100mL
Material 2:
  • Stopfen A mit 2 Kanülen der Größe 1,4*50mm
  • Spritze 5mL
  • 1 Reagenzglas d=10mm
  • Reagenzglasgestell
  • Gummischlauchstückchen
  • Absorptionsröhrchen
Chemikalien:
  • Ammoniak-Lösung
    w=25% (konz.)

    CAS-Nr.: 1336-21-6
    H314, H335, H400
    P260, P280, P305+P351+P338, P310


Gefahr

  • Natriumhydroxid
    CAS-Nr.: 1310-73-2
    H290, H314
    P280, P301+P330+P331, P305+P351+P338, P308+P310

Gefahr
  • Salzsäure w=32% (konz.)
    CAS-Nr.: 7647-01-0
    H314, H335, H290
    P260, P305+P351+P338, P303+P361+P353, P304+P340, P309+P311

Gefahr
Durchführung1:

 

L

Traditioneller Aufbau mit Glas-Laborgeräten, Makro-Maßstab: Durch langsames Zutropfen der konz. Ammoniaklösung zu NaOH(s) lässt sich die Gasentwicklung grob steuern. Das entstehende Gas wird in einer Waschflasche für den nächsten Versuch aufgefangen  (dNH3=0,6g/L dLuft=1,29g/L)

 

Durchführung2:

S

Alternativer Aufbau mit Spritzen nach V. Obendrauf im Halbmikro-Maßstab: Durch langsames Zutropfen der konz. NH3-Lösung aus der 5mL-Spritze zu NaOH(s) lässt sich die Gasentwicklung grob steuern. Das entstehende Gas wird im Reagenzglas aufgefangen. Reagenzglas sofort mit dem Stopfen B (folgender Versuch) verschließen.(dNH3=0,6g/L dLuft=1,29g/L)

Beobachtung: Im Reaktionsgefäß entwickeln sich Gasblasen.
Deutung: NaOH(s) + NH3(aq) ---> Na+(aq) + OH-(aq) + NH3(g)
Die stärkere Base HO- (pKS=15,74) setzt die schwächere Base NH3 (pKS=9,25) frei.
Entsorgung: E1.
Quelle: Schulbücher (1) bzw. V. Obendrauf (2) in Chemie & Schule, 2001.
Diskussion:
  1. Darstellung anderer Gase nach gleichem Prinzip: Chlor, Kohlendioxid, Methan, Ethin, Chlorwasserstoff. Edukte dafür?
  2. Sicherheit: NH3 und HCl, sind in der Gefahrstoffliste  markiert mit "für Schülerversuche nicht untersagt, aber Ersatzstoffprüfung von besonderer Bedeutung". Einsatz nur mit geübten Schülern.
Hinweis: Gasentwickler sollten (v.a. bei längerem Gebrauch) mit Absorptionsröhrchen gesichert werden, die man mit Aktivkohle Körnung ca. 2,5mm befüllt und auf den Tropftrichter bzw. die Kanüle aufsetzt. Bei Spritzen-Versuchen wird eine 10mL-Spritze ohne Kolben befüllt. Bei einer Füllmenge von 3-4g ergibt sich eine Absorptionskapazität von mindestens 300mL Gas. Dadurch und durch den Einsatz nur geringer Stoffmengen können die Experimente u.U. ohne Abzug durchgeführt werden.
WWW: http://www.lo-net.de/home/gregorvonborstel/
seiten/spritzen.htm, 31.12.2003; Experimentierset
http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Chemie/ch_hclga.htm, 31.12.2003; Experimentbeschreibung und Bild.

© Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de, Stand: 07.02.18

Didaktik der Chemie
Universität Bayreuth