Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 20.09.10

L 13.3

Experimentelle Lebensmittelchemie für den Unterricht

Reaktion von Essig mit Kupfer

Erstellt und ausprobiert von Andreas Naumann.

Lehrer

Zeitbedarf: 20 Minuten.
Ziel: Ein für den Schüler ungefährlicher Versuch um das Prinzip und die zersetzende Wirkung von Säuren praktisch und an Hand eines Beispiels aus dem Alltag zu erfahren. Einführung qualitativer Nachweise.
Material:
bullet2 kleine Porzellanschälchen (d=4cm, Gt1), mit hohem Rand
bullet2 Fünfcentmünzen
bullet1 Tesafilm
Chemikalien:
bulletHaushaltsessig
bulletEssigessenz
Durchführung: Jeweils eine Münze wird in dem Schälchen mit dem Tesafilm so am Rand fixiert, dass die Münze später senkrecht in der Essigsäure steht. Nun wird in das eine Schälchen der Haushaltsessig gegeben und in das andere die Essigessenz, und zwar so viel, dass die Münze zur Hälfte mit der Säure in Berührung kommt. Nun über 10 min beobachten.
Beobachtung: Bei der Münze, die in Essigessenz eintaucht, ist schon nach 3 min ein Unterschied zwischen der oberen und der unteren Hälfte fest zu stellen, da die untere Hälfte blanker ist. Nach 5 min ist der Unterschied stark sichtbar. Beim Haushaltsessig sind die Unterschiede nach 5 min leicht und nach 10 min gut sichtbar.
Deutung: Die Kupfermünze ist mit einer Kupferoxidschicht überzogen. Daher die dunkle Färbung der Münze, anstelle des kupfernen Rot. Die untere Hälfte der Münze ist blank, da der Essig eine Säure ist und das Kupferoxid auflöst:

CuO + 2 CH3-COOH → (CH3-COO)2Cu + H2O

Essig vermag Kupfer nicht aufzulösen, da Kupfer edler ist als der möglicherweise entstehende Wasserstoff (Spannungsreihe!).

Entsorgung: Ausguss bzw. Münze blank putzen und wieder verwenden.
Quelle: Nach einer Sendung des „Kinder- Kanals“, 2003.
Hintergrund: Essig ist ein Gewürz und Genussmittel. Der Essig darf nur einen Mindestgehalt von 5g Essigsäure in 100cm3 enthalten, um Vergiftungen zu vermeiden. Dass der Essig trotzdem seinen Säurecharakter beibehält, zeigen diese Versuche. Aus diesem Grund darf Essig nie in einem metallenem Gefäß aufbewahrt werden. Zum Beispiel kann gelöstes Blei ebenfalls Vergiftungen hervorrufen. So vermutete man z.B., dass viele Vergiftungen der römischen Kaiserzeit auf den Genuss säurehaltiger Weine zurückzuführen sind, die in Bleigefäßen längere Zeit aufbewahrt wurden.
Did. Hinweise: Die verwendeten Münzen sollten natürlich eine relativ starke Oxidschicht auf der Oberfläche haben. Je stärker die Schicht ist, desto besser ist der Unterschied zwischen den beiden Hälften sichtbar.

© Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de