Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth

Stand: 20.09.10

L 13.1

Experimentelle Lebensmittelchemie für den Unterricht

Reaktion von Essig mit Eisen

Erstellt und ausprobiert von Andreas Naumann.

Lehrer

Zeitbedarf: 15 Minuten.
Ziel: Ein für den Schüler ungefährlicher Versuch, um das Prinzip und die zersetzende Wirkung von Säuren praktisch und an Hand eines Beispiels aus dem Alltag zu erfahren. Einführung qualitativer Nachweise.
Material:
bullet1 Spatel
bullet4 Porzellanschalen (d=10 cm)
Chemikalien:
bulletHaushaltsessig
bulletK4[Fe(CN)6]-Lösung
bulletFeine Eisenspäne
bulletEssigessenz
Durchführung: In die Schalen 1-2 werden je 10 ml Essigessenz gegeben, in 3-4 je 10 ml Essig. In die Schalen 1 und 3 gibt man je eine Spatelspitze feine Eisenspäne hinzu. Die übrigen zwei Schalen dienen als Blindproben.
Nun wird in alle vier Schalen jeweils 5 ml K4[Fe(CN)6]-Lösung gegeben.
Beobachtung: In den beiden Schalen mit den Spänen verfärbt sich die Lösung nach sehr kurzer Zeit blau. Die Lösung in den Schalen ohne Späne bleibt gelb.
Deutung: Sowohl Essigessenz als auch Essig lösen Eisenspäne auf. Die entstandenen Fe3+-Ionen bilden mit K4[Fe(CN)6]-Lösung „Berliner Blau“. Die Reaktion dient als Nachweis für Fe3+-Ionen:

K+ + Fe3+ + [Fe(CN)6]4- -----> K[FeIII FeII (CN)6]

Da sich die Blindproben nicht blau verfärben, müssen folglich die Fe3+-Ionen aus den Spänen stammen.

Entsorgung: Ausguss.
Quelle:
  1. A.F. Holleman u. E. Wiberg, Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 101. Auflage, de Gruyter- Verlag, 1995
  2. Erwin Riedel, Anorganische Chemie, 5. Auflage, de Gruyter- Verlag, 2002
  3. K. H. Lautenschläger u. W. Schröter, Taschenbuch der Chemie, 18. Auflage, Verlag Harri Deutsch, 2001
  4. nach einer Sendung des „Kinder- Kanals“, 2003.
Hintergrund: Essig ist ein Gewürz und Genussmittel. Der Essig darf nur einen Höchstgehalt von 5 g Essigsäure in 100 cm3 enthalten, um Vergiftungen zu vermeiden. Dass der Essig trotzdem seinen Säurecharakter beibehält, zeigen diese Versuche. Aus diesem Grund darf Essig nie in einem metallenem Gefäß aufbewahrt werden. Zum Beispiel kann gelöstes Blei ebenfalls Vergiftungen hervorrufen. So vermutete man z.B., dass viele Vergiftungen der römischen Kaiserzeit auf den Genuss säurehaltiger Weine zurückzuführen sind, die in Bleigefäßen längere Zeit aufbewahrt wurden.
Did. Hinweise: Zur Demonstration des Reaktionstyps Säure + Metall ---> Salz + Wasserstoff müssen nicht immer HCl und Mg oder Zn dienen.

© Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de